06/30/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/30/2026 07:01
CARACAS, Venezuela - Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) weitet seine Aktivitäten in Venezuela derzeit aus und verstärkt die Nahrungsmittelhilfe, um bis zu eine halbe Million Menschen in den am stärksten von den Erdbeben der vergangenen Woche betroffenen Regionen zu erreichen.
Nachdem am 24. Juni zwei schwere Erdbeben mindestens sieben Bundesstaaten erschütterten und dabei Häuser, Infrastruktur und Lebensgrundlagen zerstörten, wurden Tausende Menschen vertrieben. Viele Familien leben inzwischen in überfüllten Notunterkünften; der Bedarf an Nahrungsmitteln, sauberem Wasser, Unterkünften und grundlegenden Dienstleistungen wächst von Tag zu Tag.
WFP hat in La Guaira, dem am stärksten betroffenen Bundesstaat, mit Lebensmittelverteilungen begonnen. Bisher wurden 1.200 Menschen mit Paketen versorgt, die Nahrungsmittelrationen für einen Monat enthalten (Getreide, Hülsenfrüchte und Pflanzenöl). Zudem richtet WFP dort temporäre Versorgungszentren ein. Diese bündeln humanitäre Hilfsangebote an einem Ort, sodass betroffene Gemeinden Zugang zu Nahrungsmittelhilfe sowie zu weiterer Unterstützung von IOM und UNICEF für grundlegende Bedarfe erhalten.
"In La Guaira sind Häuser, Märkte und Lebensmittelvorräte zerstört worden, sodass zahlreiche Familien kaum oder gar nichts mehr zu essen haben", sagte Stephanie Hochstetter, Landesdirektorin von WFP in Venezuela. "Neben medizinischer Notversorgung haben der Zugang zu Lebensmitteln, sauberem Wasser und Unterkünften derzeit oberste Priorität. Unsere Teams arbeiten rund um die Uhr, um die betroffenen Menschen mit dringend benötigter Hilfe zu erreichen."
Während das Ausmaß der Notlage deutlicher wird, weitet WFP seine Einsätze auch über La Guaira hinaus auf weitere betroffene Regionen des Landes aus. Teams werden entsandt, um die Lage vor Ort zu bewerten und bei Bedarf zusätzliche Nahrungsmittelhilfe zu planen.
Darüber hinaus unterstützt WFP die gesamte humanitäre Hilfe mit logistischer Expertise, indem Hilfsgüter transportiert, Lagerkapazitäten bereitgestellt und die Konnektivität in Gebieten verbessert werden, in denen Straßen, Dienstleistungen und Infrastruktur beschädigt sind.
WFP leistet seit fünf Jahren wichtige humanitäre Unterstützung in Venezuela und erreichte im Jahr 2025 mehr als 760.000 Menschen in zwölf Bundesstaaten. Bereits jetzt verfügt WFP über mehr als 3.000 Tonnen Nahrungsmittel im Land - genug, um über 10.000 Familien zwei Monate lang zu versorgen - und bringt zusätzliche Hilfsgüter ins Land. Außerdem sind im von WFP betriebenen humanitären Logistikzentrum der Vereinten Nationen in Panama mehr als 1.400 Tonnen Hilfsgüter von Partnerorganisationen vorpositioniert und jederzeit versandbereit.
Um in den kommenden drei Monaten bis zu 500.000 Menschen mit Nahrungsmittelhilfe zu erreichen, ruft WFP dringend zu ersten Mitteln in Höhe von 50 Millionen US-Dollar auf. Die Maßnahmen umfassen auch logistische Unterstützung und Notfallkommunikation. Bei ausreichender Finanzierung kann WFP die Hilfe auf bis zu eine Million Menschen ausweiten.
Bereits vor den Erdbeben war der Zugang zu Nahrungsmitteln für viele Menschen in Venezuela eines der größten Probleme. Die Lebensmittelpreise liegen weiterhin weit außerhalb der Möglichkeiten vieler Haushalte: Ein durchschnittlicher monatlicher Warenkorb kostet Familien mehr als 600 US-Dollar - ein Vielfaches des durchschnittlichen Haushaltseinkommens.