German Federal Government

01/26/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/27/2026 06:16

Staatsminister Weimer zum Internationalen Holocaust-Gedenktag: „Erinnerung ist der Herzschlag unserer demokratischen Identität“

Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags hat der Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, bei einer Rede im Tränenpalast in Berlin an die Opfer des Nationalsozialismus und die historische Verantwortung Deutschlands erinnert.

"Voller Schmerz gedenken wir dieser Tage der sechs Millionen Jüdinnen und Juden sowie aller weiteren Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft", so Staatsminister Weimer. "Sie wurden entrechtet, verfolgt, deportiert und ermordet - allein aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihrer Überzeugungen oder ihrer Lebensweise. Die Shoa als Kulturbruch zerstörte alles, was wir Zivilisation nennen. Keine Ethik, keine Menschlichkeit blieb mehr übrig." Die nationalsozialistischen Verbrechen seien ein beispielloser Abgrund der Geschichte, der bis heute nachwirke.

Staatsminister Weimer betonte, dass die Aufarbeitung dieser Verbrechen keine abgeschlossene Aufgabe sei: "Die Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen ist vielmehr eine permanente Aufgabe - eine kontinuierliche Arbeit am kulturellen Gedächtnis Deutschlands und der Welt."

Gerade in einer Zeit, in der antisemitische Ressentiments wieder offen zutage träten, dürfe Erinnerung weder verblassen noch zu einem bloßen Ritual erstarren. "Erinnerung ist mehr als der Blick in die Vergangenheit. Sie ist der Herzschlag unserer demokratischen Identität. Wenn wir vergessen, wer wir waren und was Deutsche getan haben, verlieren wir den Kompass dafür, wer wir sein wollen."

Weimer unterstrich die Verantwortung von Politik und Kultur, neue Wege der Vermittlung zu gehen: "Die Bundesregierung und mein Haus werden deshalb nicht nachlassen zu erinnern, zu gedenken, zu mahnen - und, das ist entscheidend, neue Formen des Erinnerns zu wagen."

Besonders hob Staatsminister Weimer die Bedeutung der jungen Generation hervor. "Es nützt nichts, in elitären Echokammern zu verharren. Wir müssen den Dialog dort führen, wo die Fragen gestellt werden. Junge Menschen sind die Trägerinnen und Träger unserer demokratischen Zukunft." Wenn Desinformation und Hass auf digitalen Plattformen die Deutungshoheit gewännen, sei dies eine Gefahr für die Demokratie insgesamt.

Zugleich zeigte sich Weimer überzeugt vom Interesse junger Menschen an der Geschichte: "Die Jugend will wissen. Sie will verstehen. Auf dieser Neugier müssen wir aufbauen." Die kritische Auseinandersetzung mit den Abgründen, aber auch den Errungenschaften der Geschichte stärke die Widerstandskraft der Gesellschaft. "Wer weiß, wohin Hass führt, ist wachsamer. Wer die Mechanismen der Ausgrenzung kennt, verteidigt die Freiheit leidenschaftlicher. Geschichte zu vermitteln heißt, Mündigkeit zu fördern."

Terminhinweis:

Staatsminister Weimer wird am 27. Januar mit Kranzniederlegungen am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Juden Europas (13 Uhr), am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen (13.30 Uhr), am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma (13.45 Uhr) sowie am Gedenk- und Informationsort für die Opfer der NS-"Euthanasie"-Morde (14.10 Uhr) der Opfer der NS-Verbrechen und des Holocaust gedenken.

Am 28. Januar nimmt Staatsminister Weimer an der offiziellen Gedenkstunde des Deutschen Bundestages teil. Gastrednerin wird die Holocaust-Überlebende Tova Friedman sein.

Sperrfrist: Dienstag, 27. Januar 2026, 0:01 Uhr

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