07/21/2026 | Press release | Distributed by Public on 07/21/2026 03:19
Die Verbände der Automobilwirtschaft in Deutschland sprechen sich geschlossen für eine schlanke, verständliche und digitale Ausgestaltung der Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung aus. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), der Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) fordern daher, dass sich die künftigen Anforderungen konsequent an der Frage orientieren, ob sie einen tatsächlichen Mehrwert für Verbraucherinnen und Verbraucher schaffen und zugleich in den realen Vertriebs- und Werbestrukturen der Automobilwirtschaft rechtssicher umgesetzt werden können.
Dabei unterstützen die Verbände ausdrücklich das Ziel einer europaweit harmonisierten Regelung zur Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung im Rahmen des Automotive Package. Einheitliche, unmittelbar geltende Vorgaben auf europäischer Ebene können einen wesentlichen Beitrag zur Vergleichbarkeit von Fahrzeugen im Binnenmarkt leisten und zugleich die Transparenz für Kaufinteressierte erhöhen. Voraussetzung für das Erreichen dieser Ziele ist jedoch eine rechtssichere, praxistaugliche und für den Verbraucher verständliche Ausgestaltung. Für Gebrauchtfahrzeuge ist eine Energieverbrauchskennzeichnung nach Ansicht von VDIK, VDA und ZDK jedoch nicht geeignet, da für einen Großteil des Fahrzeugbestands keine verlässlichen Verbrauchs- und Emissionsdaten für die einzelnen Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Folge einer Gebrauchtwagenkennzeichnung wären entweder fehlerhafte Kundeninformationen oder ein erheblicher Prüf- und Kostenaufwand durch zusätzliche umfangreiche Tests.
Als Datenbasis für die Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung sollte das bestehende System zur Veröffentlichung der Übereinstimmungsbescheinigungen (Certificate of Conformity) als europäische Datenquellen dienen. Der Aufbau paralleler EU-Datenbanken mit identischen oder weitgehend deckungsgleichen Inhalten würde Doppelstrukturen schaffen, zusätzliche IT-Schnittstellen erforderlich machen, neue Haftungsfragen aufwerfen und zusätzliche Bürokratie aufbauen. Bereits heute stellen die Genehmigungsbehörden der Mitgliedstaaten zentrale Fahrzeugdaten über nationale Register sowie europäische Austauschsysteme bereit, wodurch ein funktionierender Informationszugang für Marktüberwachung und Verbraucher grundsätzlich gewährleistet ist.
Die Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung sollte auf jeden Fall eine digitale Kennzeichnung sein, da Vertrieb und Werbung für Fahrzeuge zunehmend über digitale, dynamische und plattformabhängige Formate erfolgen. Eine zeitgemäße Kennzeichnung muss dieser Realität Rechnung tragen und mediengerechte Lösungen ermöglichen. Vereinfachte Darstellungsformen, die zentrale Informationen verständlich vermitteln, können hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten, während weitergehende Inhalte sachgerecht über digitale Kanäle bereitgestellt werden.
Die geplante Neuregelung der Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung bietet die Chance, Verbraucherinformation, Binnenmarkt und Transformation gleichermaßen zu stärken. Diese Chance kann jedoch nur dann genutzt werden, sofern die Regelungen klar, verhältnismäßig und realitätsnah ausgestaltet werden.