03/10/2026 | Press release | Distributed by Public on 03/10/2026 08:06
Präsentation der Transferleistungsstudie
Familienministerin Claudia Bauer hat am Dienstag gemeinsam mit Franz Prettenthaler, Direktor der Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH, zu einer Pressekonferenz bezüglich der Transferleistungsstudie ins Bundeskanzleramt geladen. In ihrem Statementhielt die Ministerin fest: "1,29 Kinder pro Frau. Diesen historischen Tiefstand zeigt uns die Geburtenbilanz des vergangenen Jahres. Das zeigt einmal mehr, dass sich Österreich in einem tiefgreifenden demografischen Wandel befindet. Die Geburtenzahlen sinken auf der einen Seite und auf der anderen Seite wird unsere Bevölkerung immer älter. Das hat Auswirkungen auf viele unterschiedliche Bereiche: auf die Pflege, die Gesundheit, den Arbeitsmarkt, die Generationengerechtigkeit."
Wenn man vom Arbeitsmarkt und der Wirtschaft spreche, sei das immer mit Wohlstand verbunden. Wenn man die Motive der geringen Geburtenzahlen und die Debatte darum verfolge, so Bauer, höre man immer wieder, dass Kinder zu bekommen heute kaum mehr leistbar sei.
Genau hier setzt die präsentierte Transferleistungsstudie an. Sie zeigt sehr umfassend, wie stark Familien in Österreich tatsächlich unterstützt werden.
Je nach Haushalt und Familienkonstellation erhalten Familien zwischen rund 425 und 770 Euro pro Kind und Monat. Bei Alleinerziehenden kann die Unterstützung bis zu 970 Euro pro Kind und Monat betragen. "Das zeigt ganz klar, dass Familien mit Kindern in Österreich nicht alleine gelassen werden."
Wie sich diese Unterstützung bei unterschiedlichen Einkommen, Familienformen und Lebenssituationen verteilt, zeigt die aktuelle Studie. Diese analysiert auch, wie sich die Leistungen in den letzten Jahren weiterentwickelt haben.
Die Familienministerin erklärte dazu: "Politisch gesehen sind für mich 3 Ergebnisse der Studie zentral: Erstens erhalten Familien in Österreich über alle Einkommensgruppen hinweg substanzielle Unterstützung. Zweitens profitieren gerade Familien mit niedrigem Haushaltseinkommen besonders stark von unserem System. Wir unterstützen Familien, wenn es besondere Herausforderungen gibt. Das zeigt sich insbesondere bei den Alleinerziehenden. Im Durchschnitt bekommen diese höhere Unterstützungsleistungen pro Kind und Monat. Das hat sich auch in den letzten Jahren noch einmal deutlich verbessert. Das ist richtig so, denn Alleinerziehende tragen die doppelte Verantwortung. Und drittens zeigt die Studie, dass unser System an Familienunterstützungen sowohl die Unterstützung als auch die Leistung verbindet. Das mitunter höchste Maß an Unterstützung kommt häufig jenen Familien zugute, die ein moderates Erwerbseinkommen haben. Das ist kein Zufall, sondern ein bewusstes Prinzip unserer Familienpolitik. Arbeit muss sich lohnen. Der Leistungsgedanke steht dabei im Vordergrund, denn wer einer Erwerbstätigkeit nachgeht, sollte monatlich auch mehr Geld zur Verfügung haben als jemand, der nicht arbeitet."
So würden etwa der Familienbonus plus oder auch der Kindermehrbetrag dafür sorgen, dass man von Berufstätigkeit profitiere. Das sollte auch der Maßstab für kommende Reformen sein, so Bauer.
Bezogen auf die eingangs thematisierte niedrige Geburtenrate ergänzte Claudia Bauer: "Geld alleine wird es nicht richten und die demografische Entwicklung nicht drehen. Was wir brauchen, ist ein positives Bild von Familie. Wir müssen Paaren wieder Mut machen, eine Familie zu gründen. Da braucht es mehr Realität und weniger Perfektion, die man oft in sozialen Medien vorfindet. Es gibt wohl in der Realität keine perfekte Familie, keinen idealen Zeitpunkt, keine idealen Lebensumstände. Man sollte in der Diskussion über Familienpolitik mehr hervorheben, dass Familie etwas zutiefst Schönes und eine Bereicherung ist und keine finanzielle Belastung oder generell eine Belastung. Kinder sind kein Rechenbeispiel, sondern die wichtigste Investition in die Zukunft unseres Landes. Genau darauf sollten wir uns fokussieren."
Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.