01/21/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/21/2026 02:59
Berlin, 21. Januar 2026 - US-Präsident Donald Trump setzt Deutschland und die EU u.a. durch die Ankündigung neuer "Strafzölle" unter Druck, gleichzeitig wirkt die US-Regierung massiv auf die europäische Digitalpolitik ein. Vor dem Sondergipfel der EU-Staaten am morgigen Donnerstag erklärt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst:
"Wer jetzt noch meint, digitale Abhängigkeiten seien ein vorwiegend theoretisches Problem, verkennt die Realität. Die Stärkung unserer digitalen Souveränität ist keine Kür, sie ist eine wirtschafts- und sicherheitspolitische Pflicht. 8 von 10 deutschen Unternehmen bekennen in einer repräsentativen Bitkom-Umfrage offen, dass sie vom Import digitaler Technologien und Dienste aus den USA abhängig sind. Jedes zweite Unternehmen spürt sogar eine starke Abhängigkeit von Digitalimporten aus den USA. 70 Prozent der Unternehmen, die aus den USA importieren, könnten ohne die Lieferungen maximal ein Jahr überleben, in 24 Prozent unter ihnen gingen ohne US-Technologie schon nach sechs Monaten die Lichter aus.
Gleichzeitig würde die deutsche Digitalwirtschaft von neuen US-Zöllen stark betroffen sein: Insgesamt exportieren 25 Prozent der Unternehmen digitale Technologien und Leistungen ins Ausland, die USA sind für sie nach der EU der zweitwichtigste Handelspartner. Auf der Exportliste stehen unter anderem Software und Cybersicherheits-Anwendungen, Kommunikationstechnik, digitale Technologien für die industrielle Fertigung und Hardware-Komponenten.
Europa kann sich jetzt keine langen Diskussionen leisten. Es geht nicht um weitere Strategiepapiere, Pilotprojekte oder Zuständigkeitsdebatten - es geht ums Handeln. Wir müssen Abhängigkeiten konsequent reduzieren, eigene digitale Schlüsseltechnologien entwickeln und europäische Angebote weltweit wettbewerbsfähig machen. Wer digitale Souveränität will, muss investieren, priorisieren und vor allem deregulieren. Nicht morgen, sondern jetzt."