06/08/2026 | Press release | Archived content
Erstmalige gemeinsame Übung testet Abläufe im Ernstfall realitätsnah
Bitburg. Unter realitätsnahen Bedingungen haben das Marienhaus Klinikum Eifel Bitburg, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und das 52. Jagdgeschwader der Air Base Spangdahlem erstmals gemeinsam eine Übung zur Bewältigung eines sogenannten Massenanfalls von Verletzten (MANV) durchgeführt.
Das Übungsszenario sah auf der Airbase Spangdahlem ein Schadensereignis mit gefährlichen Stoffen und einer hohen Zahl Verletzter vor, in dessen Folge Betroffene medizinisch versorgt und dekontaminiert werden musste. Für die beteiligten Einrichtungen stand dabei das Training abgestimmter Abläufe sowie die organisationsübergreifende Zusammenarbeit im Mittelpunkt.
Ein MANV liegt vor, wenn viele Verletzte gleichzeitig versorgt werden müssen. Für solche Situationen gibt es klar definierte Prozesse: Wenige Minuten nach der Alarmierung greifen feste Strukturen, die Personal, Material und Kommunikation geordnet zusammenführen.
So auch in Bitburg: Kurz nach der Alarmierung versammelten sich die Mitarbeitenden zur zentralen Registrierung. Funktionswesten, Funkgeräte, Telefone und Telefonlisten wurden ausgegeben, anschließend nahmen alle ihre im Krisenplan festgelegten Positionen ein. Die Klinikeinsatzleitung sowie die Teams der Notfallversorgung besetzten ihre Aufgabenbereiche.
Im Fokus des Marienhaus Klinikums Eifel Bitburg stand die Versorgung von 10 simulierten Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Verletzungsmustern, darunter drei Schwerstverletzte.
"Es war die erste Übung mit den amerikanischen Partnern überhaupt - und die Zusammenarbeit war durchweg hervorragend", sagt Dr. Thomas Koch, Ärztlicher Direktor. Gleichzeitig seien auch Verbesserungspotenziale sichtbar geworden: "Insbesondere bei den technischen Kommunikationswegen müssen wir nachsteuern. Unsere Tests haben gezeigt, dass die Funkgeräte nicht in allen Bereichen zuverlässig funktionieren."
Solche Übungen seien für alle Beteiligten ein wichtiger Gewinn: "Sie stärken die Zusammenarbeit und helfen uns, im Ernstfall noch besser vorbereitet zu sein", so Dr. Koch.
Ein besonderer Dank gelte allen Beteiligten, insbesondere den Partnern auf Seiten der US Air Base Spangdahlem und des DRK. "Ebenso danke ich unseren Mitarbeitenden, die während der Übung den regulären Klinikbetrieb zuverlässig aufrechterhalten haben."
Wie wichtig eingespielte Abläufe sind, zeigte sich bereits im April 2024, als nach dem Fund eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg der gesamte Klinikstandort evakuiert werden musste - eine organisatorische Ausnahmesituation mit hohem Koordinationsaufwand.
Die Übung knüpft an diese Erfahrungen an und zeigt: Durch klare Strukturen und regelmäßiges Training bleiben die beteiligten Einrichtungen auch in besonderen Einsatzlagen handlungsfähig.
Bildunterschrift
Bildunterzeile: Marienhaus Klinik Eifel Bitburg, US-Militär und DRK trainieren für den Ernstfall. Foto: Annika Bier