04/10/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/10/2026 02:01
Die Universität Augsburg startet gemeinsam mit der Universität Bayreuth und dem Institut für Zeitgeschichte die zweite Förderphase des Bayerischen Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung (BZeFK). Seit dem 1. April 2026 wird die erfolgreiche Arbeit des Verbunds zu "Deutungskämpfen im Übergang" fortgeführt. Die Universität Augsburg bringt dabei insbesondere ihre ausgewiesene Expertise in Friedens- und Konfliktforschung ein, etwa über das Transferzentrum Frieden Augsburg (TFA).
Der 2022 eingerichtete Verbund wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit 925.000 Euro für zwei weitere Jahre (2026-2028) gefördert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen analysieren, wie Gesellschaften in Zeiten des Wandels um Deutungen der Vergangenheit und Gegenwart ringen, um die Zukunft zu gestalten. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der weiteren Vertiefung regionaler Zusammenarbeit in der Friedens- und Konfliktforschung sowie auf inter- und transdisziplinärer Forschung. Das Projekt verknüpft Ansätze aus der Soziologie, der Geschichtswissenschaft, den Internationalen Beziehungen und der Politikwissenschaft.
Die Dynamiken solcher Auseinandersetzungen und eine friedensorientierte Konfliktbearbeitung werden in Fallstudien mit aktueller Relevanz untersucht, etwa in Deutungskämpfen um die Positionierung der Ukraine, den Klimawandel, die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und die Verantwortung von Rüstungskonzernen für Gewalt.
Der Augsburger Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung bringt sich insbesondere in das Arbeitspaket ein, das Deutungskämpfe um "Verantwortung" und "Gerechtigkeit" untersucht. Die Forschenden arbeiten heraus, wie Verantwortung für sexualisierte Gewalt in verschiedenen Kontexten politisch, rechtlich und moralisch definiert wird, wer an diesen Deutungen und der mit ihnen begründeten Gerechtigkeit bzw. Gewalt beteiligt ist und wie Deutungen durchgesetzt werden.
"Die Universität Augsburg hat während der ersten Förderphase des Verbunds etablierte Instrumente für den Transfer der Friedens- und Konfliktexpertise in verschiedene relevante Praxisfelder entwickelt", zieht der Augsburger Friedens- und Konfliktforscher Prof. Dr. Christoph Weller Bilanz. Mit dem Transferzentrum Frieden Augsburg, der Peace Summer School, vielfältigen öffentlichen Formaten und konzeptionellen Arbeiten zu Transfer und Transdisziplinarität trage sie dazu bei, Orientierungswissen für aktuelle friedenspolitische Debatten und Handlungsexpertise für die Konfliktbearbeitungspraxis bereitzustellen.
Weitere Informationen finden sich auf der BZeFK-Homepage: https://www.uni-augsburg.de/de/fakultaet/philsoz/fakultat/powi-friedens-und-konfliktforschung/forschung-projekte/