04/17/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/16/2026 23:56
Bei der Wöhrdenbrücke drohen möglicherweise größere Sanierungsmaßnahmen. Im schlimmsten Fall muss die Brücke komplett abgerissen werden - mit entsprechenden Folgen für den Verkehr in der Stadt. Das Baudezernat macht sich bereits jetzt Gedanken, wie man auf diese Situation reagieren könnte.
"Wir müsse diese Variante in Betracht ziehen - auch wenn wir alle hoffen, dass uns das erspart bleibt", so Baudezernent Florian Steinbrenner. Entscheidend wird aber sein, was bei den Untersuchungen herauskommt, die demnächst beginnen werden: "Dass wir etwas sanieren müssen, ist sicher", so Steinbrenner - schließlich erkennt man bereits jetzt Schäden am Beton und entsprechende Verfärbungen. "Aber wie umfangreich es wird, können wir erst sagen, wenn die Gutachter den Zustand der Spannseile prüfen konnten."
Ursache des Problems ist die Bauweise der Ende der 1960er-Jahre gebauten Brücke: Errichtet wurde sie im Spannbetonverfahren, das sich damals großer Beliebtheit erfreute, weil es sehr filigrane Konstruktionen mit großer Spannweite ermöglicht. Der Nachteil: Die vergleichsweise dünnen Spannstähle sind anfällig für Korrosion. Im schlimmsten Fall können sie unvermittelt reißen - wie zum Beispiel bei der Carolabrücke in Dresden.
"Wir können momentan noch nicht sagen, ob die Tragfähigkeit der Wöhrdenbrücke gefährdet ist", so Florian Steinbrenner. Falls dieses Worst-Case-Szenario aber eintreten sollte, könnte es sein, dass die Brücke von heute auf morgen voll gesperrt werden müsste. Um darauf vorbereitet zu sein, macht man sich bereits jetzt im Baudezernat Gedanken. Nötig wäre auf jeden Fall eine komplette Umsteuerung der Ampeln, geprüft wird auch schon jetzt, ob eine Behelfsbrücke zum Einsatz kommen könnte.
Dass man ganz ohne Sanierung auskommen wird, schließt Steinbrenner aus. "Egal, was kommt: Es wird nicht einfach werden. Aber Augen zu und durch ist auch keine Option."
Sanierungsbedürftig: Dass an der Wöhrdenbrücke etwas getan werden muss, ist schon jetzt sicher. Wie umfangreich die Arbeiten werden, wird sich bei der bevorstehenden Untersuchung zeigen.
Bildnachweis: Stadt Tuttlingen - Arno Specht