Techniker Krankenkasse

10/30/2026 | Press release | Distributed by Public on 10/30/2026 05:32

Klick, Pause, Gespräch: Neukircher Grundschule entwickelt eigene Medienleitlinien.

Neukirch, 30. Oktober 2026. Heute wurden der Lessinggrundschule Neukirch feierlich gedruckte Medienleitlinien übergeben. Neun Monate hatten Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte gemeinsam mit Fachleuten daran gearbeitet. Das Ergebnis: Regeln und Empfehlungen für einen sinnvollen, sicheren und gesundheitsbewussten Umgang mit digitalen Medien.

Gemeinsam entwickelte Leitlinien geben Orientierung

"Unsere Medienleitlinien sind in einem intensiven und offenen Austausch entstanden. Kinder, Eltern und Lehrkräfte haben gemeinsam überlegt, was ihnen im Umgang mit digitalen Medien wichtig ist und was sie für einen guten Schulalltag brauchen. Die gedruckten Leitlinien machen sichtbar, was wir gemeinsam erarbeitet haben - und sie geben uns eine verbindliche Orientierung für die Zukunft", sagt Cathrin Goldberg, Schulleiterin der Lessinggrundschule Neukirch.

Zum Projekt gehörten auch Weiterbildungen für die Lehrkräfte. Dabei ging es um Mediennutzung und den Umgang mit Stress im Schulalltag. Die Schule konnte an ihre bestehenden Erfahrungen und Angebote anknüpfen.

"Kinder wachsen mit sozialen Medien auf, und unsere Aufgabe ist es, sie dabei nicht allein zu lassen. Was in Neukirch entstanden ist, zeigt, wie viel Potential in den Schulen steckt, wenn man ihnen Raum gibt. Als Landesamt wollen wir solche Wege unterstützen, denn Sensibilität im Netz lernt man im Gespräch und am Vorbild der Erwachsenen, nicht allein durch Regeln von außen", sagt Patrick Schreiber, Präsident des Landesamtes für Schule und Bildung.

Bei der feierlichen Übergabe berichten die Schülerinnen und Schüler aus den Workshops. Eltern und Lehrkräfte geben Einblicke in die Gespräche und Vereinbarungen. Außerdem wird vorgestellt, wie die Leitlinien künftig im Schulalltag eingesetzt werden.

Mehr Social Media, mehr Beschwerden

Wie wichtig eine frühe Auseinandersetzung mit Medienkompetenz ist, zeigen auch die Ergebnisse des aktuellen Social-Media-Reports der TK "Jugend zwischen Like und Limit". Für die repräsentative Online-Umfrage wurden im April und Mai 2026 bundesweit 1.400 Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren befragt.

Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild: 80 Prozent der Jugendlichen sagen, dass ihnen soziale Medien gut oder eher guttun. Gleichzeitig zeigt die Befragung, dass Jugendliche, die täglich vier Stunden oder mehr soziale Medien nutzen, deutlich häufiger von gesundheitlichen Auffälligkeiten betroffen sind als Jugendliche mit einer täglichen Nutzungsdauer von ein bis zwei Stunden.

So geben beispielsweise 49 Prozent der Jugendlichen mit mindestens vier Stunden täglicher Nutzung an, oft oder ständig schlechte Laune zu haben. In der Vergleichsgruppe mit ein bis zwei Stunden sind es 20 Prozent. Auch Schlafprobleme und Kopfschmerzen kommen bei längerer Nutzung häufiger vor. Ein ursächlicher Zusammenhang lässt sich aus den Befragungsdaten allerdings nicht ableiten.

Welche Angebote Kindern und Jugendlichen helfen

Gleichzeitig nennen die Jugendlichen verschiedene Angebote, die ihnen ihrer Meinung nach helfen würden, Social Media gut und sicher zu nutzen. 46 Prozent wünschen sich speziell geschulte Ansprechpersonen in der Schule. 43 Prozent halten mehr Gespräche mit den Eltern für hilfreich, und 42 Prozent nennen Social-Media-Workshops oder vergleichbare Projekte.

Alexander Krauß, Leiter der Landesvertretung Sachsen der Techniker Krankenkasse: "Die Medienleitlinien der Lessinggrundschule zeigen, wie Gesundheitsförderung im Alltag gelingen kann. Kinder wissen oft selbst, dass digitale Medien nicht immer guttun. Sie brauchen jedoch Unterstützung, um ihr Medienverhalten zu steuern und gute Entscheidungen zu treffen. Verständliche Regeln und offene Gespräche helfen ihnen dabei. Wenn Schule und Eltern an einem Strang ziehen, können Kinder Schritt für Schritt einen selbstbestimmten und gesunden Umgang mit digitalen Medien entwickeln."

Medienkompetenz beginnt mit Beteiligung

Der TK-Report zeigt: Ein pauschales Social-Media-Verbot greift zu kurz. Kinder brauchen Medienkompetenz, verlässliche Ansprechpersonen und die Begleitung durch Erwachsene. Genau hier setzte das von der TK geförderte Projekt in Neukirch an. Die Schülerinnen und Schüler brachten ihre eigenen Erfahrungen ein und entwickelten gemeinsam Regeln für ihre Schule.

Die fachliche Begleitung übernahm Florian Buschmann, Psychologe (B.Sc.), Fachautor und Gründer der Präventionsinitiative OFFLINE HELDEN, in Kooperation mit der Sportwissenschaftlerin Anne-Sophie Reißig. Gemeinsam unterstützten sie die Schule dabei, die Themen Mediennutzung, Stress und Gesundheitsförderung alltagsnah aufzugreifen.

"Prävention funktioniert besonders gut, wenn Kinder ernst genommen und aktiv beteiligt werden", sagt Florian Buschmann. "Es geht nicht darum, digitale Medien pauschal schlechtzureden. Kinder sollen verstehen, was ihnen guttut, wo Grenzen liegen und wie sie sich Unterstützung holen können. Die Medienleitlinien schaffen dafür eine gemeinsame Grundlage im Schulalltag."

Evaluation zeigt nachhaltige Wirkung des Projekts

Bei der Übergabe der Medienleitlinien wurden auch die Ergebnisse der Projektevaluation vorgestellt. Dazu wurden Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte zu Beginn und am Ende des neunmonatigen Projekts befragt. Die Auswertung zeigt, dass zentrale Impulse - etwa die im Workshop erzählte Geschichte - bei den Kindern und Jugendlichen nachhaltig wirken und emotional präsent bleiben. Ihr Bewusstsein für die eigene Mediennutzungszeit ist geschärft und im Alltag verankert. Die vermittelten Inhalte werden von ihnen aktiv reflektiert und auch in die Familien getragen. Unterstützt wurde dieser Transfer durch die beiden Elternabende.

"Die Evaluation macht deutlich, dass die Themen Mediennutzung und Gesundheit die Kinder und Jugendlichen nachhaltig beschäftigen und im Alltag weiterwirken. Die positiven Ergebnisse zeigen, wie sinnvoll und wichtig eine dauerhafte Präventionsarbeit an Schulen ist. Deshalb sollte das Konzept aus unserer Sicht über Grundschulen hinaus auf weiterführende Schulen ausgeweitet werden", sagt Maria Kirschner, Schulsozialarbeiterin und Projektleiterin auf Seiten der Schule.

Hinweis für die Redaktion

Das von der Techniker Krankenkasse geförderte Projekt wurde fachlich von Florian Buschmann, Psychologe (B.Sc.), Fachautor und Gründer der Präventionsinitiative OFFLINE HELDEN, sowie der Sportwissenschaftlerin Anne-Sophie Reißig begleitet. Buschmann verantwortete die Themen Medienkompetenz und Prävention. Reißig brachte ihre Expertise in den Bereichen Bewegung, Stressregulation und Entspannung ein.

Datum der Veröffentlichung: 30.10.2026

Ansprechpartnerin Presse

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Katrin Lindner Landespressesprecherin
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