08/04/2026 | News release | Distributed by Public on 08/04/2026 04:15
Wie begegnet man Desinformation im Internet? Welche Rolle kann Künstliche Intelligenz künftig in der psychotherapeutischen Versorgung übernehmen? Und wie lässt sich Schule als Ort gelingender Beziehungen gestalten? Mit diesen hochaktuellen Fragen beschäftigen sich am Dienstag, 11. August, drei Vorträge bei der EFFEKTE-Reihe, die unterschiedliche Perspektiven aus Wissenschaft, Gesundheit und Bildung zusammenbringen. Beginn ist um 19:30 Uhr im TRIANGEL Transfer | Kultur | Raum am Kronenplatz. Der Eintritt ist kostenfrei.
Den Auftakt an diesem Abend macht Dr. Tobias Maier vom Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik). Er zeigt auf, wie sich wissenschaftlich nicht fundierte "alternative" Krebstherapien im Internet verbreiten. Wie können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Pseudowissenschaft umgehen? Und welche Strategien guter Wissenschaftskommunikation helfen ihnen dabei, das Vertrauen der Menschen in wissenschaftliche Erkenntnisse zu stärken und Fehlinformationen entgegenzuwirken? Die Antworten darauf zeigen, warum gute Wissenschaftskommunikation heute unerlässlich ist.
Ein weiterer Vortrag widmet sich dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Bereich der psychischen Gesundheit. Während Betroffene häufig lange auf einen Therapieplatz warten, suchen immer mehr Menschen Unterstützung bei Chatbots und KI-Systemen. Der Vortrag von Frank Stockmann vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beleuchtet, welche Möglichkeiten KI künftig in der psychotherapeutischen Versorgung und im Gesundheitssystem eröffnen kann, wo ihre Grenzen liegen und welche ethischen sowie gesellschaftlichen Fragen sich daraus ergeben. Frank Stockmann ist Student am KIT und Gründer des KI-basierten Psychoedukations-Start-ups Sixpack Mind AI für Hochleistungssportlerinnen und -sportler sowie Forschende im Bereich Human-AI-Interaction.
Abgerundet wird das Programm durch einen Vortrag, der sich auf die Resonanztheorie des Soziologen Hartmut Rosa bezieht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wann Unterricht gelingt und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit Lernen nachhaltig wirkt und gesund abläuft. Eine an Resonanz orientierte Didaktik versteht Unterricht als Beziehungsraum, in dem die wechselseitige Beziehung zwischen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Bildungsinhalten im Vordergrund steht. Lernen entsteht demnach nicht allein durch Wissensvermittlung, sondern durch echte Begegnung, gemeinsame Auseinandersetzung und gegenseitiges Antworten. Dr. Nicole Bachor-Pfeff und Christoph Schneider von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (PHKA) zeigen auf, welche Implikationen eine solche resonanzorientierte Unterrichtsgestaltung für eine gesunde Schule und gesunden Unterricht für alle Beteiligten birgt.
Die Vorträge laden dazu ein, aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Blickwinkeln zu betrachten und gemeinsam über Chancen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven zu diskutieren.
Veranstaltet wird die EFFEKTE-Wissenschaftsreihe vom Wissenschaftsbüro der Wirtschaftsförderung der Stadt Karlsruhe. Immer am "Wissenschaftsdienstag" präsentieren sich einmal im Monat unter dem Motto "Zukunft gestalten: Gesundheit für die Gesellschaft von morgen" Karlsruher Hochschul- und Forschungseinrichtungen und geben Einblick in ihre Forschung. Die Vortragsreihe lehnt sich an das Thema des Wissenschaftsjahres 2026 ("Medizin der Zukunft") des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt an. Weitere Infos zur Wissenschaftsreihe EFFEKTE unter effekte-karlsruhe.de.