03/26/2026 | Press release | Distributed by Public on 03/26/2026 05:35
Bei der Umsetzung kommen dann häufig auch nicht-heimische Pflanzen, sogenannte Neophyten, zum Einsatz - sei es, um bestimmte Effekte zu erzielen oder aus Unwissenheit. "Was viele nicht wissen: Einige dieser Pflanzen können erhebliche ökologische Probleme verursachen", sagt Sarah Koschnicke, Beauftragte des Landratsamts Sigmaringen zur Stärkung der Biodiversität. "Zugewanderte oder eingeführte Pflanzenarten sind häufig robust, wüchsig und optisch ansprechend. Doch genau diese Eigenschaften sind oft problematisch für unser heimisches Ökosystem."
Einige Neophyten verbreiten sich unkontrolliert und verdrängen heimische Pflanzenarten. Dadurch geht nicht nur die biologische Vielfalt verloren, sondern es verschwinden auch wichtige Lebensräume und Futterquellen für heimische Insekten und Tiere. Denn diese sind durch das lange, eingespielte Miteinander eng an die heimische Vegetation gebunden und häufig auf diese spezialisiert. Nicht-heimische Pflanzen hingegen werden oft nicht angenommen und sind für die regionale Tierwelt wertlos.
Bekannte Beispiele für Neophyten im Garten sind Kirschlorbeer, Götterbaum und die Amerikanische Goldrute. Diese Pflanzen können sich rasant ausbreiten und sind oft schwer zu bekämpfen. "Daher raten wir zur Verwendung heimischer Pflanzen, die an das lokale Klima angepasst sind und Insekten und Vögeln als Nahrungsquelle dienen", sagt Koschnicke. Wer bereits Neophyten im Garten hat, sollte darauf achten, dass sich diese nicht unkontrolliert ausbreiten. "Bei besonders invasiven Arten empfiehlt sich eine fachgerechte Entsorgung, um eine weitere Verbreitung zu verhindern."
Die Verwendung heimischer Pflanzen hingegen schützt die Artenvielfalt. Deshalb empfiehlt die Expertin, sich vor dem Pflanzenkauf über die Herkunft und die ökologischen Auswirkungen der gewählten Arten zu informieren und heimische Alternativen in Betracht zu ziehen. "So ist zum Beispiel die Kornelkirsche eine umweltfreundliche Alternative zu Forsythien und bietet Vögeln und Insekten reichlich Nahrung", sagt Sarah Koschnicke.