Bundesland Nordrhein-Westfalen

09/04/2026 | Press release | Distributed by Public on 09/05/2026 14:48

Landesweite Arbeitsmarktkonferenzen: Minister Laumann im Vor-Ort-Austausch über den Arbeitsmarkt im Bergischen Land

Bei der ersten von insgesamt sechs Konferenzen lag der Schwerpunkt des Austauschs auf der Transformation einer Industrie-geprägten Region.

Arbeit, Gesundheit und Soziales

Im Rahmen seiner landesweiten Ausbildungskonferenzen hat sich Arbeitsminister Karl-Josef Laumann am Freitag, 4. September 2026, mit Unternehmen, Sozialpartnern, Wirtschaftsorganisationen und weiteren Arbeitsmarktakteurinnen und -akteuren aus dem Bergischen Land in Wuppertal getroffen. Bei der ersten von insgesamt sechs Konferenzen lag der Schwerpunkt des Austauschs auf der Transformation einer Industrie-geprägten Region.

"Der Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen ist regional sehr unterschiedlich. Mir ist es deshalb wichtig, vor Ort mit Unternehmen, Beschäftigten und den weiteren Akteuren über ihre spezifische Situation und ihre Bedürfnisse zu sprechen. Ich will wissen: Wo gibt es Probleme und welche, aber auch, wo Chancen und Wachstumspotential liegen. Nur so können wir zu konkreten Ergebnissen kommen, was wir gemeinsam anpacken können - für einen Arbeitsmarkt, der Beschäftigten und Unternehmen Perspektiven bietet", so Arbeitsminister Karl-Josef Laumann.

Das Bergische Land ist eine der traditionsreichsten Industrieregionen Nordrhein-Westfalens. Vor allem metallverarbeitende Unternehmen prägen Wuppertal, Solingen, Remscheid und den Kreis Mettmann. Der wirtschaftliche und technologische Wandel zeigt sich hier derzeit besonders deutlich: Industriearbeitsplätze fallen weg, die Beschäftigung geht in Teilen der Region zurück und zugleich suchen Unternehmen weiterhin qualifizierte Fachkräfte.

Gleichzeitig werden weniger Ausbildungsplätze angeboten, sodass Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger es schwerer haben, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Hinzu kommt, dass Digitalisierung und Automatisierung gerade in einer industriell geprägten Region Tätigkeiten und Qualifikationsanforderungen tiefgreifend verändern.

Arbeitsminister Laumann: "Gerade starke Industrieregionen wie das Bergische Land spüren den wirtschaftlichen und technologischen Wandel besonders. Mein Ziel ist, dass wir diesen begleiten und die Beschäftigten vor Ort mitnehmen. Dazu müssen wir rechtzeitig wissen, wenn Arbeitsplätze unter Druck geraten und wo und natürlich auch, welche Fähigkeiten künftig gebraucht werden und wo neue Beschäftigung entsteht. So können wir mit Weiterbildung und Vermittlung einsetzen. Wenn in einem Unternehmen Stellen wegfallen und wenige Kilometer weiter Fachkräfte fehlen, dürfen wir die Menschen nicht erst arbeitslos werden lassen. Wir müssen frühzeitig miteinander reden, qualifizieren und dafür sorgen, dass die Menschen mit ihren Fähigkeiten möglichst in der Region eine neue Perspektive finden."

Wie Transformation gelingen kann, zeigen Unternehmen aus dem Bergischen Land bereits. Betriebe entwickeln neue Produkte und Geschäftsmodelle, erschließen Zukunftsmärkte und verbinden industrielle Tradition mit Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Gleichzeitig suchen Unternehmen in der Region weiterhin qualifizierte und berufserfahrene Beschäftigte. Das Bergische Land bringt daher gute Voraussetzungen mit, um den Strukturwandel aus eigener industrieller Stärke heraus erfolgreich zu gestalten. Die Region kann zudem auf starke Strukturen in Ausbildung und Weiterbildung zurückgreifen. Mit dem neuen Bergischen Bildungscampus, innovativen Angeboten zur Berufsorientierung, leistungsfähigen Weiterbildungsträgern sowie Hochschulen, Kammern und Arbeitsverwaltung verfügt die Region über ein breites Netzwerk.

Dirk Strangfeld, Geschäftsführer Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit: "Das Bergische Land ist gleichzeitig stark geprägt von der Transformation in der Arbeitswelt wie auch einer großen Innovationskraft der Unternehmen. Daraus ergeben sich Qualifizierungschancen für die Beschäftigten. Um passgenaue Unterstützung für die Unternehmen anzubieten, benötigen wir einen intensiven Dialog darüber, wie sich Berufe und betriebliche Abläufe verändern und welche Fähigkeiten und Fertigkeiten der Beschäftigten dadurch künftig gefragt sind. Der Austausch mit den Arbeitgebenden liefert uns wertvolle Informationen darüber, wie sich die betriebliche Praxis durch die Transformation wandelt, welche Kompetenzen sie von den Beschäftigten zunehmend erfordert und wie die Qualifizierungen der Zukunft aussehen sollen. Mit diesen Erkenntnissen können die Agenturen für Arbeit ihre Dienstleistungen noch passgenauer an den Bedürfnissen der Unternehmen und der Menschen ausrichten."

Michael Ifland, Geschäftsbereich Aus- und Weiterbildung der Bergischen Industrie- und Handelskammer: "Fachkräftesicherung und die wirtschaftlichen Herausforderungen können wir nur gemeinsam bewältigen, mit allen Beteiligten aus Wirtschaft, Bildung und Politik. Entscheidend ist, dass wir im Bergischen Städtedreieck offen miteinander in den Austausch gehen, unsere Kompetenzen bündeln und mit allen Partnern konkrete und neue Lösungen für Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung entwickeln."

Guido Grüning, Gewerkschaftssekretär DGB Düsseldorf-Bergisch Land: "Für den DGB in der Region braucht es jetzt Investitionen, die Beschäftigung und Standorte sichern, und mehr gute und tarifgebundene sowie unbefristete Arbeitsplätze. Gerade für junge Menschen kann sich der Einstieg ins Berufsleben so zu einer jahrelangen Hängepartie entwickeln. Wer über Jahre hinweg nur einen Arbeitsvertrag auf Zeit hat, dem fehlt die Sicherheit für wichtige Entscheidungen im Leben. Und wenn wir gleichzeitig händeringend um junge Fachkräfte werben, ist Befristung das völlig falsche Signal."

Hintergrund

Arbeitsminister Laumann besucht im Rahmen seiner Arbeitsmarktkonferenzen sechs Arbeitsmarktregionen Nordrhein-Westfalens: das Bergische Land, das Rheinland, das Ruhrgebiet, Ostwestfalen-Lippe, Südwestfalen und das Münsterland. Die gemeinsam mit der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit organisierten Austauschformate haben das Ziel, mit den Akteuren vor Ort frühzeitig Veränderungen am Arbeitsmarkt zu besprechen und auf diese zu reagieren. Im Mittelpunkt stehen die Themen Ausbildung, Qualifizierung und Weiterbildung, Fachkräftesicherung, Beschäftigtentransfer sowie eine bessere Verzahnung bestehender Unterstützungs- und Vermittlungsangebote für arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen. Mit allen Arbeitsmarktkonferenzen will das Ministerium von einer Bestandsaufnahme zu konkreten Verabredungen für den Arbeitsmarkt der jeweiligen Region kommen. Die Konferenzen sind Teil der Fachkräfteoffensive NRW.

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