WFP - World Food Programme

04/17/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/17/2026 03:04

Haiti: WFP fordert Unterstützung zum Schutz der Fortschritte im Kampf gegen den Hunger

PORT-AU-PRINCE, Haiti - Neue Daten zeigen, dass mehr als die Hälfte der haitianischen Bevölkerung weiterhin von akutem Hunger betroffen ist. Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) ruft daher dringend zur Unterstützung auf, um die jüngsten, noch fragilen Fortschritte im Kampf gegen den Hunger zu schützen und zur Stabilisierung des krisengeplagten Karibikstaates beizutragen.

Eine aktualisierte IPC-Analyse macht deutlich: 5,8 Millionen Menschen in Haiti - rund 52 Prozent der Bevölkerung - sind von einer Ernährungskrise oder einer noch schwereren Lage (IPC-Phase 3 oder höher) betroffen. Davon fallen mehr als 1,8 Millionen Menschen zwischen März und Juni 2026 in IPC-Phase 4, eine akuten Ernährungskrise auf Notfallniveau. Das bedeutet, dass sie ihre letzten Reserven aufbrauchen und nicht einmal mehr ihren grundlegenden Nahrungsbedarf decken können.

Trotz eines äußerst schwierigen Arbeitsumfelds unterstützte WFP im Jahr 2025 gemeinsam mit der Regierung und Partnerorganisationen rund 2,7 Millionen Menschen in Haiti, unter anderem mit Nothilfe, Schulmahlzeiten, Maßnahmen der sozialen Sicherung und Unterstützung für Kleinbäuer*innen. Diese Hilfe hat zu einer leichten Verbesserung der Ernährungslage im Vergleich zu früheren Prognosen für denselben Zeitraum beigetragen. WFP warnt jedoch, dass diese mühsam erzielten Fortschritte schnell wieder verloren gehen könnten. Steigende Treibstoffpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten verteuern den Transport sowie Lebensmittel insgesamt.

"Diese kleinen Verbesserungen dürfen keinesfalls zu Selbstzufriedenheit führen", warnt Wanja Kaaria, Landesdirektorin von WFP in Haiti. "Die hohen Treibstoffpreise und die daraus resultierenden steigenden Lebensmittelkosten drohen, diese Fortschritte zunichtezumachen. Besonders gefährdete Familien könnten dadurch noch tiefer in die Krise gedrängt werden - mit destabilisierenden Folgen für das ganze Land."

Während nationale und internationale Initiativen versuchen, die öffentliche Sicherheit in Haiti wiederherzustellen, fordert WFP ebenso entschlossene Maßnahmen und ausreichende Finanzierung, um lebensrettende Nothilfe zu leisten und zugleich in langfristige Lösungen zu investieren. Denn mehr als jede zweite Person im Land ist von Ernährungsunsicherheit betroffen.

"Die Bekämpfung des Hungers ist entscheidend für die Wiederherstellung von Stabilität in Haiti. Es kann keinen Frieden geben, wenn Familien nichts haben, um ihre Kinder zu ernähren", so Kaaria. "Hunger öffnet bewaffneten Gruppen Tür und Tor: Sie nutzen die Notlage aus, locken Kinder mit Lebensmitteln an und beuten Frauen sowie junge Mütter aus, die verzweifelt versuchen, für ihre Familien zu sorgen. Ernährungshilfe ist die erste Verteidigungslinie, um gefährdete Bevölkerungsgruppen zu stärken und lokale Ernährungssysteme wieder aufzubauen, die Hoffnung für die Zukunft schaffen können."

Seit fast einem Jahrzehnt steckt Haiti in einer sich stetig verschärfenden Ernährungskrise. Ursachen sind unter anderem Gewalt durch bewaffnete Gruppen, politische Instabilität, eine schwere Wirtschaftskrise sowie eine hohe Anfälligkeit für extreme Wetterereignisse - zuletzt Hurrikan Melissa, der Ende 2025 den Süden des Landes heimsuchte. Durch den Konflikt wurden mehr als 1,4 Millionen Menschen innerhalb Haitis vertrieben. Rund 300.000 von ihnen leben derzeit in überfüllten und unhygienischen Notunterkünften in der Hauptstadt.

Um die lebenswichtige Arbeit in den kommenden zwölf Monaten fortsetzen zu können, benötigt WFP 332 Millionen US-Dollar. Bei ausreichender Finanzierung plant das Programm, mehr als 2,7 Millionen Menschen mit dringend benötigter Nothilfe sowie Maßnahmen zur Stärkung ihrer Widerstandsfähigkeit zu erreichen.

Hinweis für Redaktionen:

Videomaterial in Sendequalität kann hier heruntergeladen werden.

Hochauflösende Fotos können hier heruntergeladen werden.

Die IPC-Analyse ist hier abrufbar.

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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt im Kampf gegen den Hunger. Wir retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.

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