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02/26/2026 | Press release | Distributed by Public on 02/26/2026 04:03

Die internationale Zusammenarbeit im Rahmen der Drogenkontrollübereinkommen hat Menschen auf der ganzen Welt geholfen, sagt der Internationale Suchtstoffkontrollrat in seinem[...]

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UNIS/NAR/1503
26. Februar 2026

Die internationale Zusammenarbeit im Rahmen der Drogenkontrollübereinkommen hat Menschen auf der ganzen Welt geholfen, sagt der Internationale Suchtstoffkontrollrat in seinem Jahresbericht

Durch die Zusammenarbeit sind Länder besser in der Lage, die Herausforderungen durch illegale Drogen wirksam anzugehen

WIEN, 26. Februar (UN-Informationsdienst) - Die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen weltweit wurden durch die internationale Zusammenarbeit im Rahmen der Drogenkontrollübereinkommen geschützt, so der Internationale Suchtstoffkontrollrat (INCB) in seinem Jahresbericht 2025. Die gemeinsamen Maßnahmen der Staaten haben laut dem Bericht eine entscheidende Rolle bei der Verringerung der sozialen und wirtschaftlichen Schäden durch illegale Drogen gespielt.

Die Präsidentin des Internationalen Suchtstoffkontrollrats, Professorin Sevil Atasoy, sagte: "Die Bekämpfung des Drogenhandels und des Drogenmissbrauchs bei gleichzeitiger Sicherstellung der Verfügbarkeit lebenswichtiger Medikamente wurde in den letzten 60 Jahren durch die Drogenkontrollübereinkommen wirksam umgesetzt. Diese bilden einen robusten Rahmen für die Zusammenarbeit mit nahezu universeller Unterstützung. Es ist unsere Aufgabe, die Zusammenarbeit der Länder und Gebiete durch unsere Arbeit zu stärken."

Die Staaten haben erkannt, dass koordinierte und universelle Maßnahmen der wirksamste Weg sind, um ihre Bevölkerung zu schützen und ihre medizinischen und wissenschaftlichen Bedürfnisse zu erfüllen. Die drei internationalen Drogenkontrollübereinkommen bieten einen einheitlichen Ansatz für gemeinsame Maßnahmen zur Bekämpfung des weltweiten Drogenproblems.

Internationale Erfolgsgeschichte

Gemäß den Übereinkommen müssen die Regierungen dem INCB Informationen zur Verfügung stellen, damit dieser den legalen Anbau, die Produktion, die Herstellung, den Verbrauch und den Handel mit kontrollierten Substanzen wirksam überwachen kann. Ziel ist es deren Verfügbarkeit für legale Zwecke sicherzustellen und gleichzeitig deren Abzweigung zu verhindern. Dank der Effizienz dieses Schätzungs- und Bewertungssystems ist die Umleitung legal hergestellter kontrollierter Substanzen in illegale Kanäle sehr gering, und die Abzweigung legal hergestellter psychotroper Substanzen in illegale Kanäle ist praktisch zum Erliegen gekommen, was als beispielloser internationaler Erfolg zu werten ist.

Das Schätzungssystem hat sich als wirksam erwiesen, da es für alle Staaten gilt, unabhängig davon, ob sie Vertragsparteien der Übereinkommen sind oder nicht.

Betriebsplattformen mit Echtzeit-Informationsaustausch

Der INCB bietet Regierungen Dienste für einen datengestützten, in Echtzeit erfolgenden Informationsaustausch über die Lieferungen chemischer Substanzen an, die wahrscheinlich zur Herstellung illegaler Drogen verwendet werden. Diese Instrumente tragen dazu bei, das Risiko der Abzweigung zur illegalen Drogenherstellung zu minimieren und gleichzeitig einen reibungslosen und effizienten internationalen Handel mit kontrollierten Vorläufersubstanzen zu gewährleisten.

Über die vom INCB entwickelten PEN-Plattformen werden die Mitgliedstaaten im Voraus über geplante Ausfuhren von international kontrollierten Vorläuferchemikalien oder über Lieferungen von Vorläuferstoffen informiert, die nicht unter internationaler Kontrolle stehen, aber zur illegalen Herstellung von Drogen verwendet wurden.

Die INCB-Plattform PEN Online (Pre-Export Notification Online) wurde im März 2025 genutzt, um die Abzweigung von 3 Tonnen eines Fentanyl-Vorläufers zu verhindern, der erst im Dezember 2024 in das Übereinkommen von 1988 aufgenommen worden war. Wäre die Lieferung nicht unterbunden worden, hätte sie zur illegalen Herstellung von schätzungsweise 1,4 bis 3,3 Tonnen Fentanyl verwendet werden können.

Die sichere Online-Plattform PICS des INCB fördert die Echtzeitkommunikation und den Informationsaustausch zwischen nationalen Behörden über Vorfälle im Zusammenhang mit illegalen Laboren, Vorläufersubstanzen und zugehöriger Ausrüstung. Das Internationale Ein- und Ausfuhrgenehmigungssystem (I2ES) ermöglicht es Ländern, elektronische Ein- und Ausfuhrgenehmigungen für Betäubungsmittel und psychotrope Substanzen sicher auszutauschen, wodurch physische Dokumente überflüssig werden, und das Risiko betrügerischer Genehmigungen verringert wird.

Zusammenarbeit über Regierungen hinaus

Der INCB nutzt seine Mandate und einzigartigen Befugnisse gemäß der einschlägigen internationalen Drogenkontrollübereinkommen, um eine freiwillige internationale Zusammenarbeit zwischen Regierungen, deren Strafverfolgungsbehörden, einschließlich Polizei, Zoll, Post- und Regulierungsbehörden, sowie relevanten Partnern aus dem Privatsektor zu ermöglichen.

So befasst sich das GRIDS-Programm beispielsweise mit dem Handel von gefährlichen Substanzen, die nicht unter die entsprechenden Übereinkommen fallen. Fast 200 Regierungen, Gebiete und internationale Partner, darunter die Weltzollorganisation (WZO) und der Weltpostverein (UPU), nutzen die GRIDS-Instrumente und -Ressourcen, um die Koordinierung zu stärken und den Informationsaustausch zu verbessern.

Partnerschaften mit dem Privatsektor

Für ein wirksames System zur Kontrolle von Vorläufersubstanzen ist auch eine enge Zusammenarbeit mit Herstellern, Importeuren, Exporteuren, Großhändlern und Einzelhändlern der chemischen Industrie aus dem Privatsektor erforderlich. Mehr als 100 globale Unternehmen aus 19 verschiedenen Branchen tauschen über das GRIDS-Programm regelmäßig Informationen über neu auftretende synthetische Drogen und Chemikalien mit Regierungen aus.

Darüber hinaus fördert der INCB öffentlich-private Partnerschaften mit Schlüsselbranchen, die von Drogenhändlern ausgenutzt werden, wie E-Commerce, soziale Medien, Marketing, Zahlungs- und Finanzdienstleistungen, Spedition sowie Post- und Expresskurierdienste.

Der Zugang zu Schmerzmitteln und deren Erschwinglichkeit sind für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen nach wie vor ein Problem

Obwohl Regierungen angeben, dass die Versorgung an Medikamenten zur Schmerzlinderung insgesamt ausreicht und weltweite Lagerbestände stabil sind, ist der ungleiche Zugang zu erschwinglichen Opioid-Analgetika ein anhaltendes Problem. Viele Länder berichten nach wie vor von Problemen bei der Beschaffung morphinhaltiger Medikamente.

Eine Verbesserung der Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit von Psychopharmaka für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die zur Behandlung verschiedener Gesundheitsprobleme, darunter Epilepsie, eingesetzt werden, würde ebenfalls der globalen Gesundheit zugutekommen.

Regionale Bedrohungen und Trends

In Afrika ist mittlerweile eine Vielzahl von Drogen zu finden, deren Konsum zunimmt. Kokainschmuggler zielen auf diese Region ab, doch die Hauptsorge gilt dem Handel mit pharmazeutischen Opioiden, darunter auch minderwertige Produkte.

In Nordamerika ist die Zahl der Überdosierungen mit synthetischen Drogen sowohl in Kanada (um 17 Prozent) als auch in den Vereinigten Staaten (um 27 Prozent) zurückgegangen, doch ist es zu früh, um zu beurteilen, ob dies ein anhaltender Trend ist.

Der Kokainmarkt in Südamerika ist der am schnellsten wachsende Markt für illegale Drogen, wobei die angestiegene Produktion zu einer Marktexpansion in Asien und Afrika geführt hat.

In Ost- und Südostasien bleibt Methamphetamin trotz Rekordbeschlagnahmungen die dominierende synthetische Droge. Südasien ist weiterhin der weltweit größte Konsummarkt für Opioide und stellt rund ein Drittel der weltweit geschätzten Zahl der Opioidkonsumenten. In Afghanistan blieb der Anbau von Schlafmohn auf einem historischen Tiefstand: Im Jahr 2025 wurden 10.200 Hektar für den illegalen Anbau genutzt.

Der Kokainhandel nach West- und Mitteleuropa hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen, wie die weit verbreitete Verfügbarkeit der Substanz und die Gesamtmenge der Beschlagnahmungen belegen. Zudem nimmt die illegale Herstellung synthetischer Drogen in Europa zu, und die Verbreitung neuer psychoaktiver Substanzen bleibt eine große Herausforderung.

Der Drogenhandel in Ozeanien über die Pazifikstaaten nach Australien und Neuseeland erreichte erneut ein noch nie dagewesenes Ausmaß. Der Drogenkonsum hat sich zu einem kritischen Problem für die öffentliche Gesundheit und Gesellschaft im gesamten Pazifikraum entwickelt, insbesondere in Fidschi, Papua-Neuguinea und Tonga.

Gemeinsam gegen das weltweite Drogenproblem vorgehen

Die Präsidentin des INCB, Professor Sevil Atasoy, erklärte: "Der Schutz der Gesundheit der Menschen weltweit vor den Gefahren illegaler Drogen ist eine gemeinsame Verantwortung. Das internationale Drogenkontrollsystem stützt sich auf die Bereitschaft und Fähigkeit der Länder zur Zusammenarbeit."

Der Rat erkennt die positiven Schritte der Länder zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und die Fortschritte der Staaten bei der Umsetzung der Übereinkommen an. Der INCB fördert weiterhin die internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung drogenbezogener Herausforderungen, um wirksame nationale Maßnahmen zu erreichen.

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Der INCB ist das unabhängige, quasi-juristische Organ, das damit beauftragt ist, die Einhaltung der drei internationalen Drogenkontrollübereinkommen durch die Regierungen zu fördern und zu überwachen: Das Einheits-Übereinkommen von 1961 über Suchtstoffe; Das Übereinkommen von 1971 über psychotrope Stoffe; und Das Übereinkommen gegen den unerlaubten Verkehr mit Suchtstoffen und psychotropen Stoffen von 1988. Die dreizehn Mitglieder des durch das Einheits-Übereinkommen über Suchtstoffe von 1961 geschaffenen Rats werden vom Wirtschafts- und Sozialrat persönlich für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt.

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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

INCB-Sekretariat
Tel.: (+43-1) 26060-4163
Email: incb.secretariat[at]un.org
www.incb.org

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