Office of the Federal President of the Republic of Austria

04/22/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/23/2026 06:53

Bundespräsident: »Kein Haus, ein Zuhause«

Rede anlässlich 200 Jahre Blindenwohlfahrt im Johann-Wilhelm-Klein-Haus.

Meine Damen und Herren!

Schön, hier zu sein. Dieses Haus trägt den Namen des Gründers der Blindenwohlfahrt:

Vor 200 Jahren hat er die Blindenwohlfahrt gegründet. Ich finde es immer schwer, sich so weit zurückzuversetzen. Die historischen, die gesellschaftlichen Umstände, die können wir uns heute kaum vorstellen.

Hier im Johann-Wilhelm-Klein Haus aber spürt man das Ansinnen des Gründers, nämlich blinde Menschen zu fördern, genau. Hier spürt man, was mit Wohlfahrt gemeint ist. Deshalb ist es auch mehr ist als ein Haus.

Es ist ein Zuhause, und zwar einerseits natürlich für die Menschen, die hier leben, aber auch ein Zuhause für den Gedanken der Wohlfahrt.

Wenn man die Definition von Wohlfahrt nachschlägt, wird sie erklärt als das Wohlergehen, die Lebensqualität und soziale Sicherheit von einzelnen Menschen - und schlussendlich der der gesamten Gesellschaft. Sie schaffen hier tagtäglich einen Raum für Wertschätzung und Menschlichkeit. Mit der erklärten Aufgabe, blinde und sehbeeinträchtigte Menschen durch bedürfnisorientierte Angebote zu unterstützen. Im Wissen: Sie haben viel zu unserer Gesellschaft beizutragen. Gleichberechtigt, stark und selbstbewusst.

Unsere Gesellschaft ist umso stärker, wenn wir sie miteinander gestalten.

Viele Menschen kommen in einer schwierigen Zeit ihres Lebens hierher. Und sie finden hier so etwas wie eine zweite Familie. Das ist vor allem den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verdanken.

Ich möchte Ihnen daher von Herzen danken und Ihnen meine Bewunderung und Anerkennung aussprechen. Sie bilden mit dem, was Sie alltäglich hier leisten, mit Ihrer Empathie, Ihrem Respekt und Ihrer Kompetenz das Fundament dieses Hauses. Dieses Zuhauses.

Danke, dass Sie sich für eine Gesellschaft einsetzen, die niemanden alleine lässt. Die danach strebt, dass sich alle wohlfühlen. Und die Wege schafft, damit alle am Leben teilhaben. Sie führen damit die lange Tradition und Geschichte der Österreichischen Blindenwohlfahrt fort.

Die 200 Jahre lange Geschichte, um genau zu sein. Die ÖBW ist einer der ältesten gemeinnützigen Sozialvereine in unserem Land. Als die Blindenwohlfahrt gegründet wurde, war Inklusion kein bekanntes Wort. Noch lange nicht.

Heute wissen wir, was Inklusion bedeutet und wie wichtig sie ist. Für Einzelne und für uns als Gesellschaft. Wir wissen: Nur wenn alle mitreden, mitgestalten können, haben wir die Chance auf eine gute Zukunft.

Wir brauchen Vielfalt. Wir können immer etwas voneinander lernen, weil wir ja alle die Welt ganz unterschiedlich wahrnehmen.

Liebe Bewohnerinnen und Bewohner des Johann-Wilhelm-Klein-Hauses, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, alle, die tagtäglich für einen reibungslosen Ablauf sorgen und alle, die für die Österreichische Blindenwohlfahrt werken und wirken: Meine Frau Doris und ich gratuliere Ihnen allen von Herzen zum 200-jährigen Jubiläum!

Ich möchte aber zu diesem würdigen Anlass noch eine weitere würdige Gratulation anschließen: Nämlich an eine Frau, die sich - ich zitiere - "in außergewöhnlicher Weise um die Republik Österreich sowie um die Belange blinder, hochgradig sehbeeinträchtigter, taubblinder und dementer Menschen verdient gemacht hat."

Frau Brigitte Fila, MBA, ich bitte Sie gleich für die Überreichung des Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich zu mir!

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