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06/30/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/30/2026 02:03

Verfassungsschutzbericht 2025 vorgestellt: BfV verteidigt Demokratie in Deutschland gegen Angriffe von außen und innen

Verfassungsschutzbericht 2025 vorgestellt: BfV verteidigt Demokratie in Deutschland gegen Angriffe von außen und innen Erscheinungstag: 30.06.2026

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat heute gemeinsam mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Sinan Selen, in der Bundespressekonferenz in Berlin den Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2025 vorgestellt. Der Bericht zeigt deutlich: Die Bedrohung durch Extremisten steigt in allen Phänomenbereichen.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: "Linksextremistische Gewalt nimmt zu - ein ernstes Warnsignal für unseren Rechtsstaat. Verheerende Brandanschläge auf die Berliner Stromversorgung im Januar sowie die langjährige Anschlagserie in München und Umgebung: Sie belegen das perfide Vorgehen gewaltbereiter Linksextremisten. Die größte Bedrohung für unsere Demokratie kommt weiterhin von Rechtsextremisten. Unser Ziel ist deshalb klar: Wir bekämpfen jede Form des Extremismus konsequent und statten unsere Sicherheitsbehörden mit weitergehenden Befugnissen für ein wirksames Vorgehen gegen Extremisten aus."

BfV-Präsident Sinan Selen: "Sabotage, Spionage, Desinformation, Terrorismus und zahlreiche Formen des Extremismus - unsere Demokratie steht unter vielfältigem Druck von außen wie von innen. Wir werden praktisch permanent angegriffen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz als Inlandsdienst steht jeden Tag dafür ein, die Menschen in unserem Land zu schützen und unsere freiheitliche Demokratie zu verteidigen. Freiheit in Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit."

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 58.851 Straftaten mit extremistischem Hintergrund verzeichnet (2024: 57.701). Die Zahl der darin enthaltenen Gewalttaten stieg mit rund 10 Prozent deutlich auf 3.294 (2024: 2.976).

Bedrohung durch Spionage, Sabotage, Transnationale Repression, Cyberangriffe bleibt hoch

Deutschland ist weiterhin eines der wichtigsten Ziele für ausländische Nachrichtendienste. Im Jahr 2025 gingen nachrichtendienstliche Aktivitäten hauptsächlich von der Russischen Föderation, der Volksrepublik China und der Islamischen Republik Iran aus. Im Fokus stehen insbesondere die Bereiche Politik, Militär, Wirtschaft und Wissenschaft, um unter anderem politische Entscheidungsprozesse auszuforschen und zu manipulieren, Know-How abzugreifen und zu sabotieren.

Anstieg des Personenpotenzials in allen Bereichen

Das Personenpotenzial im Rechtsextremismus ist 2025 noch einmal weiter deutlich um rund 17 Prozent angewachsen (2025: 58.700; 2024: 50.250). Die Zahl der gewaltorientierten Rechtsextremisten stieg dabei auf 15.600 (2024: 15.300) an. Das linksextremistische Personenpotenzial stieg im Jahr 2025 auf 42.200 Personen (2024: 38.000). Davon sind 11.600 gewaltorientiert (2024: 11.200). Im Bereich Islamismus/islamistischer Terrorismus ist das Personenpotenzial leicht von 28.280 (2024) auf 28.645 gestiegen. Zugleich nimmt das gewaltorientierte islamistische Personenpotenzial auf geschätzt 9.110 (2024: 9.540) geringfügig ab. Das Personenpotenzial im auslandsbezogenen Extremismus ist von 32.500 (2024) auf 33.850 Personen im Berichtsjahr weiter angestiegen. Das gewaltorientierte Personenpotenzial in diesem Bereich umfasst rund 22.000 Personen.

Gemeinsame Feindbilder

Trotz der ideologischen Unterschiede der verschiedenen extremistischen Bewegungen konnte nach dem Terrorangriff der HAMAS auf Israel am 7. Oktober 2023 beobachtet werden, wie sich extremistische Bewegungen über Strömungen und ideologische Differenzen hinweg im Kontext des Nahostkonflikts miteinander solidarisierten. Israelfeindschaft und Antisemitismus verbinden unterschiedliche und an sich unvereinbare extremistische Einstellungen. Sie bilden eine ideologische Schnittmenge und eine Brücke zwischen verschiedenen Formen des Extremismus.

Soziale Medien als Treiber von Propaganda und Radikalisierung

Extremistische Akteure sind besonders in sozialen Medien, wie zum Beispiel auf Instagram oder TikTok aktiv, um für die Teilnahme an Veranstaltungen zu mobilisieren und Propagandainhalte zur Radikalisierung der Nutzerinnen und Nutzer zu verbreiten. Es bilden sich gemeinsame Resonanzräume, weitverzweigte, oft internationale Vernetzungen, die zu einer schnelleren Radikalisierung häufig sehr junger Menschen führen. Auch reichweitenstarke Onlinemedien und sogenannte Content-Creators fungieren dabei als Multiplikatoren zur Verbreitung der jeweiligen Ideologie. Auch Gaming-Plattformen, wie beispielsweise Roblox werden von extremistischen Akteuren gezielt genutzt, um junge Menschen anzusprechen und ideologisch zu beeinflussen.

Den Verfassungsschutzbericht 2025 finden Sie unter:
www.bmi.bund.de/VSB2025
www.verfassungsschutz.de

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