04/30/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/30/2026 10:13
Bundeskanzler Merz besuchte gemeinsam mit Vizekanzler und Bundesminister der Finanzen Lars Klingbeil das Deutsche Heer auf dem Truppenübungsplatz Munster, um sich persönlich ein Bild von Einsatzfähigkeit und Ausrüstung der Truppe zu machen. Dabei wurde deutlich: Die Fähigkeiten und die Ausrüstung des Heeres seien beeindruckend, gleichzeitig bleibe noch viel zu tun, um die Abschreckungs- und Verteidigungsbereitschaft weiter zu erhöhen.
Dafür wurden bereits wichtige Maßnahmen angestoßen - von höheren Verteidigungsausgaben bis hin zu neuen Beschaffungen und strukturellen Anpassungen. Dennoch seien weitere Kraftanstrengungen nötig. Die Bundeswehr leiste damit einen zentralen Beitrag für eine starke und eine verlässliche transatlantische Partnerschaft.
Bundeskanzler Friedrich Merz:
Meine Damen und Herren, noch einmal einen schönen guten Tag von meiner Seite! Ich freue mich sehr, heute meinen Antrittsbesuch beim deutschen Heer in Munster auf dem Truppenübungsplatz machen zu dürfen. Ich bin gern in Begleitung des Vizekanzlers und Bundesministers der Finanzen Lars Klingbeil hier, denn Munster ist sein Wahlkreis. Insofern ist das auch für mich ein Besuch in seinem Wahlkreis. Ich freue mich sehr darüber, und - ich darf das sagen - der Aufwuchs und die Stärkung der Bundeswehr ist ein Anliegen der gesamten Bundesregierung. Wir freuen uns, zu sehen, was daraus wird, denn Sicherheit und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit. Unsere Verantwortung für die Menschen im Land sowie für die Alliierten und Partner in der machen es einfach notwendig, dass wir unserer Führungsrolle in der und in Europa auch militärisch gerecht werden.
Ich komme heute persönlich hierher, um mich auch von den Fortschritten zu überzeugen, die ich in der Ausrüstung und in der Kampfführung des Heeres sehe. Ich muss sagen, dass es beeindruckend ist, zu sehen, wozu das Heer heute fähig ist. Mit größtem persönlichem Engagement leisten die Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst. Sie leisten den Dienst im Heer jeden Tag hervorragend für unser Land. Ich möchte mich dafür beim Inspekteur des Heeres, General Freuding, stellvertretend für alle Soldatinnen und Soldaten, ausdrücklich bedanken. Herzlichen Dank, dass wir heute Ihre Gäste sein dürfen! Bitte richten Sie den Soldatinnen und Soldaten auch noch einmal unseren Dank und unsere hohe Anerkennung für das, was Sie tun, aus.
Wir haben gesehen, was Sie können. Aber wir sehen auch, dass noch ein gehöriges Stück des Weges vor uns liegt. Die gesamte Bundeswehr befindet sich im Umbruch. Wir müssen im Hier und Heute abschreckungs- und verteidigungsbereit sein, fähig zum "fight tonight". Gleichzeitig müssen wir uns auf die Herausforderungen von morgen und übermorgen vorbereiten. Dies wird weiterhin mit größten Kraftanstrengungen verbunden sein. Die Bedrohungen und die Art und Weise, wie Konflikte auf der Welt heute geführt werden, haben sich fundamental verändert. Sie werden sich auch noch weiter verändern. Auch das haben Sie uns heute hier eindrucksvoll gezeigt.
In der Konsequenz heißt das für uns: Beschaffung, Strukturen, personelle Ausstattung und Infrastruktur müssen allesamt auf diese Veränderungen und neuen Herausforderungen ausgerichtet sein und synchronisiert werden. - Die ersten Schritte sind getan. Die Bundesregierung wird alles dafür tun, dass unsere Soldatinnen und Soldaten auch in Zukunft den Auftrag erfüllen können, den wir ihnen politisch geben, den Auftrag, der da lautet: Wir wollen weiterhin in Freiheit, in Frieden und in Sicherheit leben.
Was die Bundeswehr hier in Munster leistet, ist nicht nur eindrucksvoll, sondern es ist ein wichtiger und unverzichtbarer Beitrag zu einer starken, einigen . Diese Arbeit leisten wir hier, aber auch an anderen strategisch wichtigen Standorten in Deutschland, Seite an Seite mit den Vereinigten Staaten von Amerika, Seite an Seite mit den Bündnispartnern in der gesamten . Es ist ein gutes Zeichen, dass erst gestern der kommandierende General der -Streitkräfte in Europa und Afrika hier in Munster war und diese Übung auch engstens begleitet. Denn diese Arbeit leisten wir Schulter an Schulter zum gegenseitigen Nutzen und in tiefer transatlantischer Verbundenheit.
In den vergangenen zwölf Monaten hat die Bundesregierung höchste Anstrengungen unternommen, um die Sicherheit Deutschlands zu stärken. Die Haushaltseckwerte, die das Kabinett gestern in Berlin beschlossen hat, sehen einen wuchtigen Aufwuchs des Verteidigungshaushaltes vor. Die Bundeswehr wächst mit einem ehrgeizigen Zeitplan. Massive Beschaffungsvorhaben sind auf den Weg gebracht. Der Motor unserer Verteidigungsindustrie ist wieder angesprungen. Dies alles ist eine notwendige Investition in die deutsche und in die europäische Sicherheit. Genauso ist es ein Beitrag zu einer erneuerten transatlantischen Partnerschaft. Ich habe das mehrfach betont.
Wir setzen und in diesem Geist auch dafür ein, die iranische Blockade der Straße von Hormus jetzt schnell zu beenden. Wenn die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind, dann steht Deutschland bereit, sich auch militärisch zu engagieren, um die Freiheit der Seewege zu gewährleisten. Vor dem Europäischen Rat in der vergangenen Woche auf Zypern habe ich dafür geworben, den Sanktionsdruck auf Teheran noch einmal zu erhöhen. Denn wenn die Straße von Hormus blockiert bleibt, dann führt das zu massiven wirtschaftlichen Schäden für uns alle. Unsere Botschaft lautet daher: Der Iran muss an den Verhandlungstisch kommen. Er muss aufhören, auf Zeit zu spielen. Er darf nicht länger die ganze Region und letztendlich die ganze Welt zur Geisel nehmen. Das militärische Nuklearprogramm im Iran muss beendet werden. Es darf keine Schläge mehr gegen Israel und die Partner in der Region geben.
Zu all diesen Fragen stehen wir in einem engen und vertrauensvollen Kontakt mit unseren Partnern, auch und gerade in Washington. Wir tun das im gemeinsamen transatlantischen Interesse. Wir tun es mit gegenseitigem Respekt und fairer Lastenteilung. Dabei folgen wir gerade in dieser unruhigen Phase einem klaren Kompass. Dieser Kompass bleibt auf eine starke und eine verlässliche transatlantische Partnerschaft ausgerichtet. Uns und auch mir persönlich - das wissen Sie - liegt diese transatlantische Partnerschaft besonders am Herzen.
In diesem Sinne noch einmal herzlichen Dank und auch den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr viel Erfolg bei dem, was sie im Interesse der Sicherheit und der Freiheit unseres Landes leisten! Ich persönlich bin tief beeindruckt von dem, was wir hier sehen konnten. Ich denke, ich darf das auch im Namen von Lars Klingbeil sagen. Das war wirklich eine überzeugende Vorführung dessen, was wir in den letzten Monaten und Jahren aufgeholt haben. Aber genauso klar ist auch, dass wir diese Arbeit weiter voranbringen müssen. Dazu wünsche ich dem Heer, den Soldatinnen und Soldaten des Heeres, stellvertretend Ihnen, Herr Generalinspekteur, wirklich jeden Erfolg. Sie können sich auf die Unterstützung der Politik verlassen.
Herzlichen Dank.