eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.

06/24/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/24/2026 08:15

eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. zu den Empfehlungen...

Anlässlich der heute vorgestellten Handlungsempfehlungen der von der Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, eingesetzten Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" zur Nutzung von Social Media durch Kinder und Jugendliche begrüßt eco - Verband der Internetwirtschaft e.V. die intensive Auseinandersetzung mit dem Kinder- und Jugendmedienschutz im digitalen Raum.

Kinder und Jugendliche wachsen heute selbstverständlich mit digitalen Angeboten auf. Soziale Medien, Messenger-Dienste und Plattformen sind zentrale Orte für Kommunikation, Information, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Umso wichtiger ist es, Schutz, Befähigung und Teilhabe gemeinsam zu denken und weiterzuentwickeln.

Jugendmedienschutz wirksam gestalten: Bewährte Strukturen stärken statt Parallelstrukturen schaffen

eco begrüßt insbesondere das Leitprinzip der Kommission, bei der Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendmedienschutzes konsequent an bewährte Strukturen anzuknüpfen, erfolgreiche Maßnahmen zu skalieren und dauerhaft zu verstetigen. Statt neue, befristete Einzelmaßnahmen zu schaffen, kommt es aus Sicht von eco darauf an, bestehende Angebote langfristig zu sichern, auszubauen und besser miteinander zu verzahnen:

"Wirksamer Jugendmedienschutz entsteht dort, wo Schutz, Befähigung und Teilhabe zusammengedacht werden und auf funktionierende Strukturen aufbauen. Viele dieser Angebote haben sich in der Praxis bewährt. Sie sollten gezielt gestärkt und weiterentwickelt werden, statt parallel neue, kurzfristige Strukturen zu schaffen", sagt Alexandra Koch-Skiba, Leiterin der eco Beschwerdestelle.

Ein Beispiel für dieses Prinzip ist das deutsche Safer Internet Centre. Dort arbeiten die eco Beschwerdestelle, klicksafe, die FSM, jugendschutz.net und die Nummer gegen Kummer in einer etablierten Kooperation zusammen, um Prävention, Medienkompetenzförderung, Beratung und Beschwerdebearbeitung verbinden. Das Modell zeigt, wie bestehende Strukturen bereits heute erfolgreich vernetzt sind und gezielt weiterentwickelt werden können.

Die eco Beschwerdestelle unterstützt seit 30 Jahren Internetnutzerinnen und Internetnutzer bei der Meldung illegaler Inhalte und arbeitet dabei eng mit Strafverfolgungsbehörden, Hostprovidern sowie internationalen Partnerorganisationen zusammen. Für Betroffene müssen Meldewege verständlich und leicht auffindbar sein.

"Gerade junge Menschen benötigen niedrigschwellige und vertrauenswürdige Anlaufstellen, wenn sie auf problematische oder illegale Inhalte stoßen. Entscheidend ist, dass Unterstützung schnell erreichbar ist und bestehende Angebote gut miteinander vernetzt sind", erklärt Koch-Skiba.

Guter Jugendmedienschutz ist Zusammenspiel von Schutzmaßnahmen, Medienkompetenz und europäischem Rechtsrahmen

Aus Sicht von eco kommt es zudem darauf an, bestehende Schutzmechanismen für Minderjährige konsequent weiterzuentwickeln und die Vermittlung von Medienkompetenz weiter zu stärken. Viele digitale Dienste setzen bereits heute auf altersgerechte Schutz- und Sicherheitseinstellungen, die kontinuierlich überprüft und an neue Herausforderungen angepasst werden sollten.

Vor diesem Hintergrund befürworten wir, dass sich die Expertenkommission nicht für ein striktes Mindestalter mit hoher Altersgrenze ausgesprochen hat, sondern die Weiterverfolgung risikobasierter Lösungsansätze in den Vordergrund rückt.

"Technische Schutzmaßnahmen allein reichen aber nicht aus. Kinder und Jugendliche brauchen die Fähigkeit, Risiken zu erkennen, Inhalte kritisch einzuordnen und digitale Angebote verantwortungsvoll zu nutzen. Medienkompetenz ist ein zentraler Baustein für einen wirksamen und zukunftsfähigen Jugendmedienschutz. Geplante Initiativen wie das KI-Seepferdchen gehen darum genau in die richtige Richtung. ", so Koch-Skiba.

Mit Blick auf den regulatorischen Rahmen betont eco die Bedeutung eines kohärenten europäischen Ansatzes. Der Digital Services Act enthält bereits umfassende Vorgaben zum Schutz Minderjähriger auf Online-Plattformen. Diese Regelungen sollten konsequent umgesetzt und weiterentwickelt werden, um ein hohes und einheitliches Schutzniveau in Europa sicherzustellen.

Über eco

Der eco Verband der Internetwirtschaft e. V. ist mit mehr als 1.000 Mitgliedsunternehmen der größte Verband der Internetwirtschaft in Europa. Seit über 30 Jahren gestaltet eco die Entwicklung des Internets, fördert digitale Innovationen und setzt sich für ein sicheres, vertrauenswürdiges und leistungsfähiges digitales Ökosystem ein.

Über die eco Beschwerdestelle

Die eco Beschwerdestelle ist seit 1996 aktiv und integraler Bestandteil des Systems der regulierten Selbstregulierung in Deutschland. Sie ermöglicht Internetnutzer: innen die kostenlose und anonyme Meldung jugendgefährdender und strafbarer Inhalte und arbeitet eng mit Providern, Behörden und internationalen Partnern zusammen.

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens bieten wir interessierten Medienvertreter: innen gerne Hintergrundgespräche sowie vertiefende Einblicke in die Arbeit der eco Beschwerdestelle in Köln an.

eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. published this content on June 24, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on June 24, 2026 at 14:15 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]