Landtag des Landes Schleswig-Holstein

01/27/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/27/2026 11:13

Zentrale Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus in Itzehoe

Nr. 9 / 27. Januar 2026
Sperrfrist: heute 18:30 Uhr

Zentrale Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus in Itzehoe

Mit einer eindringlichen Ansprache hat Landtagspräsidentin Kristina Herbst am Dienstag (27. Januar) bei der zentralen Gedenkfeier des Schleswig-Holsteinischen Landtages an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Die Veranstaltung fand in der Aula des Sophie- Scholl-Gymnasiums in Itzehoe vor über 300 Gästen statt.
Im Mittelpunkt des Gedenkens standen die Millionen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft - insbesondere die sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden sowie die zahlreichen weiteren Verfolgten, darunter Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, politische Gegnerinnen und Gegner sowie Homosexuelle. "Erinnerung ist keine freiwillige Geste, sondern eine dauerhafte Verpflichtung der demokratischen Gesellschaft", betonte Herbst.
Besonders bewegend war die Anwesenheit des Holocaust-Überlebenden Nicolaus Blättermann, der als Zeitzeuge über Verfolgung, Zwangsarbeit und Konzentrationslager sprach. Sein Engagement für den Wiederaufbau jüdischen Lebens in Deutschland würdigte die Landtagspräsidentin als "größten Sieg über die Nationalsozialisten". Zugleich schlug Herbst den Bogen zur Gegenwart. Sie zeigte sich besorgt über zunehmenden Antisemitismus auch in Schleswig-Holstein - etwa durch Vandalismus an Gedenkorten, wie jüngst am Mahnmal der Kieler Synagoge, und antisemitische Vorfälle im öffentlichen Raum. Solche Taten seien Angriffe auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und dürften nicht hingenommen werden.
"Wer Gedenkorte schändet oder Geschichte verfälscht, greift nicht nur die Vergangenheit an, sondern den Zusammenhalt unserer Gesellschaft heute. Deshalb müssen wir dem Antisemitismus, der Ausgrenzung und der Gewalt entschlossen entgegentreten - mit Haltung, mit Bildung und mit einer lebendigen Erinnerungskultur", unterstrich die Landtagspräsidentin.
Große Anerkennung sprach Herbst den Schülerinnen und Schülern des Sophie-Scholl- Gymnasiums aus, die mit Forschungsarbeiten, Zeitzeugengesprächen und szenischen Beiträgen die Gedenkfeier maßgeblich gestalteten. Die enge Zusammenarbeit von Schule, Kirche und zivilgesellschaftlichen Initiativen in Itzehoe sei beispielhaft für eine lebendige und zukunftsgerichtete Erinnerungskultur.
Der 27. Januar, der Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, sei kein Blick zurück aus sicherer Distanz, so die Parlamentspräsidentin, sondern ein Maßstab für Gegenwart und Zukunft. Das Gedenken verpflichte dazu, Menschenwürde, Demokratie und Verantwortung aktiv zu verteidigen - heute und für kommende Generationen.
Gebete sprachen Walter J. Pannbacker, Beauftragter gegen Antisemitismus des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein und Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Kiel sowie Horst Eberlein, Weihbischof im Erzbistum Hamburg. Worte zum Totengedenken richtete Dr. Wiebke Bähnk, Pastorin der Evangelisch-Lutherischen Innenstadtgemeinde Itzehoe, an die anwesenden Gäste. Musikalisch wurde die Gedenkveranstaltung vom Ensemble "Cello-Manifesto" begleitet.
Am Nachmittag vor der Gedenkveranstaltung besuchte Landtagspräsidentin Herbst mit Schülerinnen und Schülern des Sophie-Scholl-Gymnasiums den Gedenkort "GeSCHICHTenberg". Im Anschluss legte Herbst zusammen mit den Schülerinnen und Schülern am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Itzehoe einen Kranz nieder.

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