09/16/2026 | News release | Distributed by Public on 09/17/2026 04:07
Das Apertus-Team aus Forschenden der EPFL, der ETH Zürich und des Supercomputing-Zentrums CSCS geht eine Partnerschaft mit dem Schweizer Technologieunternehmen Proton ein. Dadurch wird Apertus 1.5 im KI-Assistenten Lumo verfügbar. Die Forschenden erhalten so erstmals ein Nutzerfeedback aus der praktischen Anwendung.
Proton und Apertus bringen die offene KI in Europa voran: Der KI-Assistent Lumo von Proton macht Apertus für Millionen von Nutzerinnen und Nutzern zugänglich.
Nutzer:innen von Lumo können Apertus nun als Sprachmodell auswählen und dem Apertus-Forschungsteam freiwillig Feedback geben. Dieses Feedback aus der Praxis hilft, das KI-Modell weiterzuentwickeln.
Wie Apertus, das vollständig offene Sprachmodell, ist auch der KI-Assistent Lumo in der Schweiz entwickelt worden.
Das auf Schutz der Privatsphäre spezialisierte Schweizer Technologieunternehmen Proton und das Forschungsteam des vollständig offenen Sprachmodells Apertus gehen eine Partnerschaft ein, um offene und souveräne KI in der Schweiz und Europa voranzubringen.
Proton integriert Apertus 1.5 in seinen KI-Assistenten Lumo und macht das Modell damit für Dutzende Millionen von Nutzenden als wählbare Option verfügbar. Indem sie freiwillig Feedback geben können, unterstützen die Nutzenden das Apertus-Team dabei, sein Modell weiterzuentwickeln.
Lumo ist der datenschutzfreundliche KI-Assistent von Proton und eine Alternative zu den führenden KI-Chatbots aus den USA und China. Wie Apertus wurde auch Lumo in der Schweiz entwickelt.
Apertus 1.5 ist ein vollständig offenes Sprachmodell, das Forschende der EPFL und der ETH Zürich mit weiteren Partnern entwickeln. Es wird auf dem Supercomputer Alps am CSCS trainiert und unter der Open-Source-Lizenz Apache 2.0 veröffentlicht. Trainingsdaten, Quellcode und Entwicklung sind transparent dokumentiert, sodass Forschende, Behörden und Unternehmen das Modell prüfen, anpassen und weiterentwickeln können.
Das Modell lernt mit öffentlich verfügbaren Daten und berücksichtigt auch rückwirkend, wenn Website-Betreiber ihre Inhalte nicht für das Training freigeben. Personenbezogene Daten werden weitgehend aus den Trainingsdaten entfernt.
Einer der grössten Vorteile führender KI-Unternehmen und Entwickler von Sprachmodellen sind die Rückmeldungen von Millionen von Nutzenden, die sie zur Verbesserung ihrer Modelle nutzen. Offene Modelle von Hochschulen verfügen meist nicht über vergleichbare Feedbacks aus der praktischen Nutzung.
Durch die Integration von Apertus in Lumo kann Proton den Apertus-Forschenden Feedbacks von Millionen von Lumo-Nutzenden zu Verfügung stellen, die einer Weitergabe ihrer Daten ausdrücklich zugestimmt haben. Die Feedbacks erfolgen anonymisiert zu Antworten von Apertus.
Das Apertus-Team erhält damit erstmals Zugang zu freiwilligem Nutzerfeedback aus einem realen Einsatz ihres Modells. Diese Rückmeldungen nutzen die Forschenden zur Weiterentwicklung von Apertus. Wie alle Unterhaltungen in Lumo sind auch Chats mit Apertus 1.5 durch eine Zero-Access-Verschlüsselung geschützt - und bleiben dadurch privat.
«Feedback aus der realen Nutzung ist die eine Zutat, die offenen Modellen bisher gefehlt hat. Über Proton erhalten wir nun ein freiwilliges Feedback zu Apertus. Für unser vollständig offenes Modell ist das ein echter Wendepunkt», sagt Imanol Schlag, KI-Forscher am ETH AI Center und Co-Leiter des Apertus-Projekts.
«Mit der Bereitstellung von Apertus in Lumo erhalten wir wertvolle Einblicke, wie sich das Modell im Alltag bewährt. Das freiwillige Feedback hilft uns zudem zu erkennen, wo wir es noch nützlicher und robuster machen können,» sagt Martin Jaggi, Professor an der EPFL und Co-Leiter des Apertus-Projekts, «das bedeutet auch, dass wir einer breiteren Gemeinschaft die Möglichkeit geben, an der Weiterentwicklung des Modells mitzuwirken.»
Damit leisten Proton und Apertus einen Beitrag zu mehr technologischer Souveränität in der Schweiz und Europa. «Wir wollen nicht das nächste Jahrzehnt damit verbringen, bei der KI, die wir täglich nutzen, von anderen Ländern abhängig zu sein», sagt Eamonn Maguire, Director of AI bei Proton. «Eigene KI zu haben, reicht nicht. Sie muss auch wettbewerbsfähig sein, damit die Menschen sie tatsächlich nutzen. Diese Partnerschaft mit dem Apertus-Team eröffnet Europa einen Weg dorthin.»
Seit seiner Einführung im September 2025 hat sich Apertus zunehmend von einem Forschungsprojekt zu einer in der Praxis eingesetzten Lösung entwickelt. Heute wird das Modell in einem vielfältigen Ökosystem genutzt, das von lokalen Installationen in Unternehmen und Organisationen bis hin zu cloudbasierten Softwarediensten reicht, die Apertus für andere Anwendungen verfügbar machen. Mit Lumo kommt nun ein weiterer wichtiger Partner hinzu: Der KI-Assistent bringt das Modell zu realen Nutzenden und ermöglicht es gleichzeitig, Erkenntnisse aus dessen Nutzung zurück in das Projekt fliessen zu lassen.
Zu den Organisationen, die Apertus 1.5 bereits einsetzen oder in ihre Angebote integriert haben, gehören Swisscom (Telekommunikation und Unternehmenssoftware), Infomaniak (Cloud-Hosting, KI-Dienste auf Token-Basis und der mobile KI-Assistent Euria), OnPrem.ai, Stepping Stone, Safe Swiss Cloud, Mono.chat (Lösungen für eigene IT-Systeme und private Clouds), Helvetra (mobile Übersetzungs-App), Featherless.ai (cloudbasierter Dienst für grosse Sprachmodelle), Public AI sowie AI Potluck (browserbasierter KI-Assistent).