04/28/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/28/2026 02:36
Stuttgart, 28. April 2028. Mit der personalisierten Medizin sind viele Hoffnungen verbunden: Eine Therapie, die auf den eigenen Körper zugeschnitten ist, sollte doch zu besseren Ergebnissen führen als eine einheitliche Therapie, die bei allen mit einer bestimmten Erkrankung eingesetzt wird? Wie sind Chancen und Risiken verteilt? Die Landesvertretung Baden-Württemberg der Techniker Krankenkasse (TK) hat im Rahmen ihres Frühlingsempfangs Expertinnen und Experten eingeladen, um über diese Fragen zu diskutieren.
In den Blickpunkt rückt zunehmend ein Ansatz in der personalisierten Medizin, der sogenannte "Produkte für neuartige Therapien" umfasst - auch ATMP ("Advanced Therapy Medicinal Products") genannt. Diese Arzneimittel enthalten oder bestehen oft aus lebenden Zellen oder Gewebe. Diese Zellen werden einer Patientin oder einem Patienten entnommen, gentherapeutisch verändert und anschließend derselben Patientin bzw. demselben Patienten wieder verabreicht.
An der Universitätsklinik Heidelberg untersuchen derzeit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Unterstützung der TK in dem Projekt "INTEGRATE-ATMP", wie die Versorgungsstrukturen gestaltet sein müssen, damit die neuartigen Therapien erfolgreich eingesetzt werden können. Dazu zählen etwa Behandlungspläne für die ambulante Vor- und Nachsorge, der Aufbau eines ATMP-Registers oder die Einführung einer telemedizinischen Kommunikationsplattform.
"Die neuartigen Therapien stellen hohe Anforderungen an die Ärztinnen und Ärzte, aber auch an die Patientinnen und Patienten, die sich mit den komplexen Therapien auseinandersetzen müssen. In dem Projekt INTEGRATE-ATMP, das vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert wird, sind 24 deutsche Behandlungszentren vernetzt. So können wir den Versorgungsalltag mit ATMPs optimieren ", sagt Dr. Maria-Luisa Schubert, Projektleiterin von INTEGRATE-ATMP in Heidelberg.
Die Diskussion in Stuttgart hat gezeigt, dass personalisierte Medizin und gentherapeutische Ansätze insbesondere in der Krebsmedizin vielversprechende Möglichkeiten bieten und eine Chance sind, Krankheiten besser oder überhaupt erst behandeln zu können. Aus Sicht der TK braucht es dafür klare Leitplanken: "Damit diese Hoffnungsträger die in sie gesetzten hohen Erwartungen erfüllen können, müssen sie ethisch auf sicherem Fundament stehen, nachweisbar die Versorgung verbessern und dürfen das System finanziell nicht überlasten", betont Nadia Mussa, Leiterin der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg.