07/16/2026 | Press release | Distributed by Public on 07/16/2026 07:53
Aus historischer Perspektive kommen und vergehen Staaten und Verfassungen. Dies wirft nach den Worten des Referenten die Frage auf, ob und inwiefern eine menschliche Ordnung für das Zusammenleben einen legitimen Anspruch auf Fortdauer erheben kann. Dieser könne nur in ihrer Funktion liegen, den in ihr lebenden Menschen die Bedingungen eines bestmöglichen Lebens zu bieten - frei von Lebensgefahr, Schmerz, Diskriminierung, Angst und Willkür und mit der Möglichkeit, einen autonom gewählten Lebensplan zu verwirklichen. Das Gelingen und Fortbestehen einer solchen Ordnung hängt, so Prof. Borowski, nicht nur vom Text der Verfassung und den von ihr eingerichteten staatlichen Institutionen ab, sondern auch von einer grundlegenden Unterstützung durch die Bevölkerung. In seinem Vortrag wird er anhand von äußeren und inneren Bedrohungen die Wehrhaftigkeit des deutschen Grundgesetzes erörtern und dabei insbesondere auf die Bedeutung des Bundesverfassungsgerichts als "letztes Bollwerk hinter den anderen Verteidigungslinien" eingehen. Martin Borowski lehrt und forscht am Institut für Staatsrecht, Verfassungslehre und Rechtsphilosophie der Universität Heidelberg.
Die Ruperto Carola Ringvorlesung ist Teil eines Konzepts von Fokusthemen. Damit will die Universität Heidelberg zweimal jährlich gesellschaftlich relevante Forschungsfragen in unterschiedlichen Formaten an die breite Öffentlichkeit herantragen. In der Reihe dieses Sommersemesters haben sich Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven mit den vielschichtigen Herausforderungen befasst, vor denen Demokratien heute stehen.
Aufzeichnungen der aktuellen Ringvorlesungs-Beiträge sind abrufbar auf heiONLINE, dem zentralen Portal der Universität Heidelberg mit Vorträgen, Diskussionsrunden und Veranstaltungen in digitalen Formaten.