05/13/2026 | Press release | Distributed by Public on 05/13/2026 03:06
Das Modellprojekt "Erprobung neuer Modelle zur Unterrichtsorganisation an den Schulen Sachsen-Anhalts" ("4+1 Modellprojekt") tritt in seine abschließende Phase ein. Seit dem Schuljahr 2022/2023 haben insgesamt 14 Schulen neue Wege der Unterrichtsgestaltung erprobt. Ziel war es, mehr pädagogische Freiräume zu schaffen, individuelle Lernprozesse zu stärken und Schule besser auf die Anforderungen einer sich wandelnden Gesellschaft auszurichten.
Bisher hat sich gezeigt: Flexible Unterrichtsmodelle können die Motivation der Schülerinnen und Schüler erhöhen, eigenverantwortliches Lernen fördern und praxisnahe Bildungsangebote stärken.
Die teilnehmenden Schulen setzten unterschiedliche Ansätze um, darunter projektorientiertes Lernen, digitale Lernformate, Praxislerntage in Kooperation mit Betrieben sowie Formate wie die "Ich-Werkstatt". Letztere fördert insbesondere Schülerinnen und Schüler in herausfordernden Lebenslagen durch individuelle Angebote. Bei der Umsetzung des Modellprojekts wurden die Schulen u.a. von den im Landesinstitut für Schulqualität und Lehrkräftebeildung (LISA) angesiedelten Digitalassistentinnen und -assistenten sowie von pädagogischen Unterrichtshilfen unterstützt.
Zentrale Elemente der erfolgreichen Schulentwicklung waren unter anderem:
Erste Ergebnisse des Modellprojekts sind bereits verstetigt und wirksam: Duale Lernformen wie Praxislerntage sowie die Nutzung digitaler Lehr- und Lernformate wurden mittlerweile im Schulgesetz des Landes verankert und werden ausgebaut. Damit sind wesentliche Erkenntnisse aus dem Modellprojekt direkt in die Regelstrukturen des Bildungssystems eingeflossen.
Bildungsminister Jan Riedel: "Das Modellprojekt zeigt eindrucksvoll, wie viel Innovationskraft in unseren Schulen steckt. Flexible Unterrichtsmodelle eröffnen neue Chancen für individuelles Lernen und stärken wichtige Zukunftskompetenzen. Dass zentrale Elemente inzwischen im Schulgesetz verankert sind, unterstreicht die nachhaltige Wirkung dieses Vorhabens".
Gestern kamen in Aschersleben die zehn im Modellprojekt aktiven Schulen zusammen, um sich über Erfahrungen und Best Practice auszutauschen.
Das Modellprojekt wird noch bis zum 31. Juli 2026 im verlängerten Erprobungszeitraum fortgesetzt. Eine weitere Schule führt die "Ich-Werkstatt" mit externen Partnern, finanziert aus Ganztagsmitteln, eigenständig weiter.
Die finale Evaluation erfolgt nach dem offiziellen Ende des Modellprojekts.
Hintergrund
Das Modellprojekt geht zurück auf den Landtagsbeschluss Nr. 8/818. Wesentliches Anliegen war die Erprobung neuer Modelle zur Unterrichtsorganisation an den Schulen in Sachsen-Anhalt. Das Modellprojekt beinhaltete mehrere Modelle, das sog. 4+1-Modell hat sich erst im Verlauf der Projektphase entwickelt und kommt in mehreren Ausprägungen vor, die sich zum Teil noch unterscheiden oder miteinander verschränken.