05/05/2026 | Press release | Distributed by Public on 05/05/2026 04:14
Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern (RIAS Bayern) hat ihren Jahresbericht 2025 vorgelegt und zeichnet ein besorgniserregendes Bild: Antisemitische Vorfälle bleiben auf einem hohen Niveau, die Ausdrucksformen werden enthemmter und treten auch massiv im digitalen Raum auf. Besonders alarmierend ist die verstärkte Zielrichtung auf jüdische und israelische Einrichtungen und die Verbreitung antisemitischer Narrative in Onlineâ€'Plattformen, die Bedrohungen, Hass und Gewalt weiter eskalieren lassen.
Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf zeigt sich entsetzt: "Die antisemitische Radikalisierung ist alarmierend: 1.551 dokumentierte Fälle sind erschreckend. Jeder Fall ist einer zu viel. Jüdinnen und Juden werden in unserer Gesellschaft massiv angegriffen, Israel wird dabei zunehmend zum Feindbild stilisiert und mit antisemitischen Stereotypen aufgeladen. Judenhass wird immer offener und drastischer geäußert - auch im digitalen Raum. Zugleich sehen wir gezielte Angriffe und Bedrohungen gegen jüdische und israelische Einrichtungen - wie zuletzt auf das israelische Restaurant in München. Deshalb müssen wir unsere Radikalisierungsprävention verstärken. Wir müssen antisemitischen Narrativen entschlossen entgegentreten, Zivilcourage fördern und jüdisches Leben konsequent schützen. Jüdinnen und Juden müssen sich in Bayern sicher fühlen und ohne Angst sichtbar jüdisch leben können. Gelebte Solidarität und Vielfalt - das ist Bayern und ein klares Signal: Wir stehen geschlossen gegen Antisemitismus."
Die im Bericht dokumentierten 1.551 Vorfälle verdeutlichen, dass viele Vorkommnisse einen israelbezogenen Kontext aufweisen und Onlineâ€'Vorfälle einen immer größeren Anteil ausmachen. Besonders besorgniserregend ist die Zunahme gezielter Bedrohungen, vor allem auch gegen jüdische und israelische Einrichtungen. RIAS Bayern stellt weiterhin nicht nur strafrechtlich relevante Delikte dar, sondern erfasst auch das breite Spektrum an Vorfällen unterhalb der Strafbarkeitsschwelle, um das Dunkelfeld sichtbar zu machen und Betroffenen Anlaufstellen zu bieten.
RIAS Bayern dokumentiert seit 2019 antisemitische Vorfälle in Bayern - die veröffentlichten Analysen dienen als Grundlage für Präventionsâ€' und Schutzmaßnahmen. Die Staatsregierung fördert RIAS Bayern und unterstützt ein breites Spektrum an Präventionsâ€' und Bildungsangeboten im Rahmen der Radikalisierungsprävention. Projekte wie YouthBridge der Europäischen Janusz Korczak Akademie, die Workshops für Jugendliche des Max Mannheimer Studienzentrums und das Projekt "ReThink" der Mansourâ€'Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention tragen zur Sensibilisierung junger Menschen, zur Stärkung von Zivilcourage und zur Förderung kritischen Denkens bei. Bildung, Prävention und konsequentes Handeln bleiben zentrale Aufgaben, um jüdisches Leben in Bayern zu schützen.
Alle Interessierten können den Jahresbericht gebührenfrei per an RIAS-Bayern anfordern oder online auf der Homepage von RIAS Bayern abrufen.