01/27/2026 | News release | Distributed by Public on 01/27/2026 07:58
Meldung
Dienstag, 27. Januar 2026, 14:47 Uhr
In seinen Gedenkworten mahnte Nordhausens Oberbürgermeister Kai Buchmann zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema der Täterschaft und der Verantwortung von Mittätern und Zuschauern für die mehr als eine Million Toten in Auschwitz, etwa sechs Millionen ermordete Juden, darunter mehr als 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche. Hunderttausende ermordete Sinti und Roma, Homosexuelle, kranke und behinderte Menschen, Zwangsarbeiter und weitere Opfer, die als minderwertig oder als "unwertes Leben" galten, an. Er zitierte im weiteren Verlauf seiner Gedenkworte aus der Präambel der Vereinten Nationen. Diese manifestierte im Jahr 1945 unter dem Eindruck zweier Weltkriege mit millionenfachem Leid und Tod, die universellen Ziele und Grundsätze einer friedlich vereinten Welt, etwa die Menschenrechte, die Gleichberechtigung, das friedliche Zusammenleben und die Achtung der Existenz der Staaten.
"Diese Zeilen wurden vor 81 Jahre verfasst und sie sind heute aktueller denn je. Denn wir erleben in Echtzeit wie das Recht des Stärkeren zum Naturgesetz und wohl zur neuen Grundlage im Zusammenleben von Menschen und Staaten erklärt wird. Überall da wo Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und Pluralismus in Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft nicht mehr gelten, breiten sich Autoritarismus, Totalitarismus und Faschismus aus" so Nordhausens Oberbürgermeister Kai Buchmann.
Am 27. Januar wird weltweit an die Opfer des Nationalsozialismus und an den 81. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau erinnert. Das Gedenken der Stadt Nordhausen fand am Gedenkstein für die Boelcke-Kaserne, ehemaliges KZ-Außenlager und Zwangsarbeiterlager, statt. Auf dem Gelände der ehemaligen Boelcke-Kaserne waren seit 1943 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter untergebracht. Ihre Zahl wuchs 1944 auf über 6.000. Im Januar 1945 richtete die SS in zwei Fahrzeughallen ein Außenlager des KZ Mittelbau-Dora ein. Zum Zeitpunkt des ersten Luftangriffes am 3. April 1945 waren in den Lagern mehrere tausend Menschen interniert, ihre genaue Zahl ist unbekannt.