04/02/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/02/2026 04:40
Der vor einem Jahr als Modellprojekt eingeführte Gesundheitskiosk in der Friedrich-Ebert-Straße 3 in Bochum-Wattenscheid schließt mit Ende der zuvor vereinbarten Projektlaufzeit am 31. Juli dieses Jahres wieder seine Türen. Das teilten heute die Projektpartner gemeinsam mit. Dazu gehören die Stadt Bochum, die AOK NordWest, die AWO Ruhr-Mitte und das Hamburger Unternehmen OptiMedis. Das Engagement aller fand auch vor dem Hintergrund einer geplanten gesetzlichen Verankerung des Angebots durch die Bundespolitik statt. Diese gesetzliche Grundlage ist jedoch - trotz früherer Ankündigungen - nicht verabschiedet worden. Die Projektpartner erklärten, dass in der Projektphase viele neue Erkenntnisse gewonnen wurden, welchen Beitrag niedrigschwellige Beratungs- und Lotsenangebote für die Orientierung im Gesundheitssystem und für mehr Gesundheitskompetenz leisten können. Die Stadt Bochum kündigte an, dass die in der Modellphase gewonnenen Erkenntnisse nahtlos in ergänzende Angebote des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) münden werden.
"Unser ausdrücklicher Dank gilt den Mitarbeitenden des Gesundheitskiosks sowie allen Beteiligten, die dieses Projekt mit großem Engagement aufgebaut und begleitet haben", sagt Bernd Marchlowitz, Unternehmensbereichsleiter ambulante Versorgung bei der AOK NordWest.
Justin Rautenberg, Geschäftsführer der WAT gesund gGmbH und Senior Manager Integrierte Versorgungslösungen bei OptiMedis, bedauert die ausgebliebene gesetzliche Verankerung der Gesundheitskioske durch den Gesetzgeber und die daraus folgende Schließung des Kiosks sehr: "Die Erfahrungen vor Ort zeigen, wie groß der Bedarf an niedrigschwelliger Beratung und Unterstützung ist und welchen konkreten gesundheitlichen Nutzen solche Angebote für die Menschen im Quartier haben können. Wir bleiben überzeugt von der Notwendigkeit und werden uns weiterhin dafür einsetzen, solche Strukturen langfristig im Versorgungssystem zu verankern."
"Auch die Stadt Bochum steht im Kern weiter zu den Projektinhalten und erarbeitet derzeit, wie ein Präventionsangebot weiterentwickelt werden kann. Der Gesundheitskiosk war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir wollen auf jeden Fall weiterhin auf die Menschen zugehen, proaktiv niederschwellig Gesundheitsförderung und -prävention anbieten", sagt der Sozialdezernent der Stadt Bochum, Jens Vieting.
"Prävention ist eine zentrale Aufgabe des öffentlichen Gesundheitsdienstes und liegt uns sehr am Herzen. Das Auslaufen eines solchen Beratungsangebots steigert die Wichtigkeit, Präventionsarbeit konsequent an der Lebensrealität der Menschen auszurichten. Daher sehen wir es als unsere Verantwortung, unsere Expertise gezielt und nachhaltig in die Quartiere einzubringen", ergänzt Dr. Cordula Kloppe, die Amtsleitung des Gesundheitsamtes.
Die Stadt Bochum erklärte weiter, dass Gesundheitsaufklärung, -bildung und -förderung weiterhin in Wattenscheid präsent bleiben werden, um die entstehende Lücke bestmöglich aufzufangen. Das neue, flexiblere Angebot "Gesund im Quartier - Öffentlicher Gesundheitsdienst vor Ort" soll bereits ab der Schließung des Kiosks erprobt werden. Auf Basis der bisherigen Erkenntnisse werden fortlaufend zielgruppenspezifische und passgenaue Beratungs- und Aufklärungsangebote für das Quartier entwickelt und evaluiert. Geplant sind unter anderem themenbezogene Sprechstunden wie zur persönlichen Orientierung im Gesundheitssystem, Kindergesundheit in Deutschland, Stillcafé oder Impfberatung. "Zudem möchten wir über Gesundheitschecks und Informationsveranstaltungen zu brennenden Themen wie zur psychischen Belastung und Zugang zur Versorgung die gesundheitliche Versorgung niedrigschwellig zugänglich machen", sagt Vieting.
Die Angebotsformate sollen schrittweise auf die Gesamtstadt ausgeweitet werden. Die jeweiligen Veranstaltungsorte werden rechtzeitig vor Beginn bekanntgegeben. Geplant sei, die Angebote vorwiegend an gut erreichbaren städtischen Standorten anzubieten.
(2. April 2026)