BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

05/19/2026 | Press release | Distributed by Public on 05/19/2026 09:01

Bitkom zu Plänen für einen besseren Zivilschutz

  • Digitale Technologien und Kommunikation entscheidend im Krisenfall

Berlin, 19. Mai 2026 - Bundesinnenminister Alexander Dobrindt will morgen den im Koalitionsvertrag angekündigten "Pakt für den Bevölkerungsschutz" vorstellen. Bis 2029 sollen Ausstattung, Ausbildung und Vernetzung im Katastrophen- und Zivilschutz grundlegend modernisiert werden. Dazu erklärt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst:

"Feldbetten und Fahrzeuge sind die sichtbare Seite des Bevölkerungsschutzes. Digitale Technologien und funktionierende Kommunikationsinfrastrukturen sind im Krisenfall mindestens ebenso bedeutend. Ob Warnungen die Menschen schnell erreichen, ob sich Einsatzkräfte über Behörden- und Ländergrenzen hinweg in Echtzeit koordinieren können und ob es überhaupt ein authentisches Lagebild gibt, hängt heute an Netzen und digitalen Anwendungen. Es ist deshalb richtig, dass die Bundesregierung wichtige Digitalvorhaben wie etwa eine digital abrufbare Schutzraumkarte priorisiert. Wie groß der Bedarf ist, zeigt eine Bitkom-Befragung: 82 Prozent der Menschen in Deutschland rechnen mit einer ernsthaften Krise infolge hybrider Angriffe, aber nur 15 Prozent halten ihren eigenen Haushalt für vorbereitet. Deutsche Unternehmen könnten einen Internetausfall im Schnitt nur rund 20 Stunden kompensieren.

Es kommt jetzt auf schnelle und zielgerichtete Investitionen an. Katastrophen und Angriffe machen nicht an den Grenzen von Bundesländern halt. Eine sichere, verlässliche Kommunikation zwischen Bund und Ländern ist zwingend. Moderner Katastrophen- und Zivilschutz braucht deshalb eine moderne Digitalfunk-Infrastruktur für die Behörden und alle anderen Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, eine verschlüsselte, ressortübergreifende Kommunikation sowie ein gemeinsames digitales Lagebild, das die Informationen der verschiedenen Behörden bündelt. Wie wichtig digitale Lösungen sind, hat sich zuletzt nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz im Januar und schon zuvor im Ahrtal gezeigt, als schnell wiederhergestellte Mobilfunkmasten und mobile Sender die Helferinnen und Helfer unterstützt haben. Bevölkerungsschutz, kritische Infrastruktur und Digitalpolitik müssen stärker zusammengedacht werden."

Alle Ergebnisse der Befragung gibt es auch online im Bitkom-Dataverse unter https://www.bitkom.org/Bitkom-Dataverse/HybrideAngriffeBevoelkerung und https://www.bitkom.org/Bitkom-Dataverse/HybrideAngriffeUnternehmen.

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