Federal Ministry for Digital and State Modernization

06/15/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/16/2026 02:45

Agentic AI Hub: Pilotierung erfolgreich abgeschlossen

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15.06.2026, Pressemitteilung

Agentic AI Hub: Pilotierung erfolgreich abgeschlossen

Kommunen und Start-ups zeigen, wie die Verwaltung KI-Agenten schon heute einsetzen kann

Pressemitteilung 32/2026

Zum Abschluss der Pilotphase des Agentic AI Hub hat das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) die Ergebnisse präsentiert. In 20 Pilotprojekten wurde über drei Monate hinweg der Einsatz von KI-Agenten in Kommunen getestet. Ziel war es, Verwaltungsvorgänge spürbar zu entlasten.

Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger:
"Ich bin begeistert, mit welchem Engagement Kommunen und Start-ups in den vergangenen drei Monaten voneinander und miteinander gelernt haben. Die konkrete Umsetzung vor Ort stand dabei im Mittelpunkt. Die Ergebnisse der Pilotierung bestätigen unseren Kurs. Der Einsatz von Agentic AI in der Verwaltung verbessert die Arbeit messbar, schon in kurzer Zeit. Die Voraussetzungen für eine Skalierung sind geschaffen - und genau das gehen wir jetzt an. Ziel ist es, Innovationen für beide Seiten einfach und unkompliziert in die Breite zu bringen."

Der "Agentic AI Hub" als Maschinenraum der Modernisierung

Der Agentic AI Hub des BMDS ist die zentrale Schnittstelle zwischen öffentlicher Verwaltung und KI-Startups. Er fungiert als virtueller, standortübergreifender 'Maschinenraum' für Agentic AI: Hier werden bürokratische Probleme in technische Prototypen übersetzt, sicher pilotiert und skaliert, was funktioniert. Ziel ist es, administrative Routinen durch die autonom handelnden Systeme zu übernehmen. So wird die staatliche Handlungsfähigkeit gesichert und Deutschland nachhaltig als souveräner Technologiestandort gestärkt. Das feierliche Abschluss-Event der Pilotphase dient dem weiteren Austausch mit verschiedenen Stakeholdern und ermöglicht den Tandems, ihre vielversprechenden Ergebnisse live zu präsentieren.

Zentrale Ergebnisse der Pilotprojekte in 19 Kommunen

  • Enormes Interesse: Das Projekt stieß mit fast 600 Einreichungen (mehr als 400 von Startups, knapp 200 von Kommunen) auf sehr große Resonanz. Daraus wurden gezielt 20 Pilotprojekte in 19 Kommunen mit neun Startups gestartet.
  • Schnell im Echtbetrieb: 70 Prozent der Pilot-Lösungen befanden sich zum Stichtag bereits im operativen Einsatz im Arbeitsalltag, wobei 80 Prozent aktiv und sicher kommunale Echtdaten verarbeiteten.
  • 95 Prozent Zufriedenheit: Nahezu alle beteiligten Kommunen bewerteten die KI-Lösung mit einer hohen Gesamtzufriedenheit.
  • Implementierung in Rekordzeit: 65 Prozent der Piloten konnten die Lösung in weniger als vier Wochen erfolgreich einführen.
  • Fokus Entlastung: 62 Prozent der Kommunen stufen KI primär als "Entlastungs-Tool" und Schutz vor Überlastung ein.
  • Sicherheit im Umgang: Die Technik schafft Vertrauen: In 15 von 18 evaluierbaren Fällen gaben die Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter an, sich im Umgang mit der KI-Lösung "sicher" zu fühlen.

Massive Zeit- und Arbeitsersparnis

Die Pilotierung liefert den Beweis, dass der KI-Einsatz Bürgerinnen, Bürgern und der Verwaltung enorme Zeiteinsparungen bringt:

  • Auskunftsanträge (DSGVO): Bei komplexen DSGVO-Auskunftsanträgen reduzierte die KI die Durchlaufzeit um mehr als 90 Prozent (von teils mehreren Wochen auf wenige Stunden) - das spart bis zu 28 Stunden reine Arbeitszeit pro Vorgang ein.
  • "Hilfe zur Pflege": Bei Pflegeanträgen konnte die Gesamtdurchlaufzeit um 45 Prozent gesenkt werden. Die reine Arbeitszeit der Ämter am Dokument sank um 31 Prozent.
  • Wohngeldanträge: Durch durchgängig digitalisierte und von KI flankierte Prozesse reichten 33 Prozent der erfolgreich angemeldeten Nutzer ihren Antrag komplett digital ein.
  • Prozessmodellierung in Rekordzeit: Die manuelle Erstellung dauert pro Prozess oft mehr als drei Wochen. Mit KI-Unterstützung konnten sieben Kommunen in nur zwölf Wochen hingegen knapp 600 Prozesse modellieren - Spitzenreiter war Flensburg mit 264 Modellen.
  • Zeitersparnis bei Routineaufgaben: Bei der Erstellung von Sitzungsprotokollen durch KI reduzierte sich die manuelle Nachbearbeitungszeit um rund 78 Prozent (von ca. 45 Minuten auf ca. 10 Minuten).
  • Geringe Systemkosten: Bei der KI-gestützten Vorprüfung von Pflegeanträgen beliefen sich die durchschnittlichen Systemkosten pro Vorgang (in Form von Tokens) auf lediglich einen Euro pro Antrag.

Wie es weitergeht: Ausblick auf die Zukunft des Agentic AI Hub

Um diese Innovationen nun rechtssicher und unbürokratisch in die Fläche zu bringen, bereitet das BMDS mehrere nächste Schritte des Agentic AI Hub vor. Zur Skalierung wurde ein konkretes Konzept entwickelt, das die Bereiche Vergabe, Vertrieb und Infrastruktur in den Blick nimmt.

Parlamentarischer Staatssekretär im BMDS, Thomas Jarzombek:
"Um diese Innovationen nun rechtssicher und unbürokratisch in die Fläche zu bringen, bereitet der Bund als nächsten Schritt ein 'Digitales Kaufhaus' vor. Mit diesem Dynamischen Beschaffungssystem wollen wir es den Kommunen künftig ermöglichen, standardisierte und sichere KI-Produkte unkompliziert, vergaberechtskonform und schnell einzukaufen. So holen wir die Innovationen dauerhaft aus der Nische in die Breite unserer Verwaltung."

Die wichtigste Erkenntnis für die Zukunft: Bei der Mehrheit der Pilotprojekte wurde eine weitere Beauftragung durch die Kommunen bereits initiiert oder umgesetzt um die Projekte zu verstetigen. Und die Hälfte der getesteten Lösungen ist bereits jetzt auf andere Kommunen übertragbar. Für eine Skalierung wurde eine Handreichung erstellt, die Konstellationen und Schritte für kurzfristige direkte Beschaffungen unterhalb der Schwellenwerte sowie des jeweils anwendbaren Landesvergaberechts benennt. Die Handreichung richtet sich niedrigschwellig an Kommunen und Start-ups.

Anschließend soll ein dynamisches Beschaffungssystem Kommunen künftig ermöglichen, standardisierte und sichere KI-Produkte unkompliziert und schnell einzukaufen. BMDS wird den ersten Entwurf eines solchen Systems in der nächsten Phase des Agentic AI Hub erstellen und im Rahmen einer öffentlichen Konsultation insbesondere mit Kommunen und Start-ups evaluieren. Ziel ist die Einrichtung des dynamischen Beschaffungssystems zu Anfang 2027 und Überführung in einen Regelbetrieb.

Zugleich soll neben der vergaberechtlichen Skalierung parallel die Skalierung der technischen Infrastruktur in den kommenden Monaten intensiv betrachtet werden. Im Fokus stehen hierbei insbesondere die Möglichkeit der Nachnutzung der Ressourcen der souveränen KI-Cloud sowie die Standardisierung über Komponenten des Deutschland-Stacks.

Der Abschlussbericht des Agentic AI Hub soll zeitnah veröffentlicht werden.

Weitere Informationen finden sich unter: https://bmds.bund.de/themen/kuenstliche-intelligenz/ki-in-der-verwaltung/agentic-ai-hub.

Federal Ministry for Digital and State Modernization published this content on June 15, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on June 16, 2026 at 08:45 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]