SGV - Swiss Trade Association

04/02/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/02/2026 03:30

Konzernverantwortungsinitiative 2.0 – Statt die Wirtschaft anzukurbeln, wird neue Bürokratie aufgebaut

02.04.2026 | 11:15
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Schweizer KMU sind nicht die ersten, die einem in den Sinn kommen würden bei Verstössen ge-gen die Menschrechte oder der fehlenden Rücksichtnahme auf Klima- und Umweltschutz. Aber genau sie werden die Zeche der übermässigen Regulation bei einer Annahme der Initiative oder des Gegenvorschlags bezahlen müssen. Für den Schweizerischen Gewerbeverband ist darum klar: Nicht mehr lange um den heissen Brei herumreden, sondern so schnell wie möglich diese Initiative an die Urne bringen.

Zwar richten sich die vorgeschlagenen Bestimmungen formal nur an Grossunternehmen. In der Praxis sind jedoch auch KMU betroffen - insbesondere über die Wertschöpfungsketten. Sie müss-ten gegenüber ihren Auftraggebern garantieren, dass sämtliche Vorprodukte, Komponenten und Rohstoffe frei von jeglichen Mängeln sind.

Die Folge ist klar: «Die Bürokratie steigt und KMU müssen dafür immer mehr Geld und Zeit aufbringen. Das geht zulasten des eigentlichen Geschäfts, der Mitarbeitenden und der Kunden», sagt Urs Furrer, Direktor des sgv.

Die juristischen Abteilungen der Grossunternehmen werden bei einer Klage ihre Messer wetzen und die Schuld bei den Lieferanten suchen. Das Geschäftsrisiko für die KMU wird damit weiter erhöht.

Fabio Regazzi, Ständerat und Präsident des sgv

Geschäftsrisiko für KMU wird weiter erhöht

Gemäss Initiative können Grossunternehmen für Verstösse haftbar gemacht werden. In der Realität wird dieses Risiko an die Lieferanten überwälzt. «Die juristischen Abteilungen der Grossunter-nehmen werden bei einer Klage ihre Messer wetzen und die Schuld bei den Lieferanten suchen. Das Geschäftsrisiko für die KMU wird damit weiter erhöht», so Fabio Regazzi, Präsident des sgv.

Die Konzernverantwortungsinitiative 2.0 ist bereits der nächste Versuch verschiedener NGOs, ihr Geschäftsfeld auszuweiten. Vor allem NGO's werden im Namen von mutmasslich Geschädigten klagen. Denn sie verfügen über das dafür notwendige Wissen. Zumal die «Geschädigte-gegen-Grosskonzern-Geschichte» für ein NGO mediale Aufmerksamkeit generiert. Dies zahlt sich in einem erhöhten Spendenvolumen aus.

Verkannt wird dabei: In vielen Fällen ist nicht der Grosskonzern der Goliath, sondern die NGO. Die KMU aber sind in der Lieferkette tatsächlich der schwächere David, der die Grosskonzerne belie-fert. Zwar sehen die Initianten eine Unterstützung vor, welche KMU vor der Abwälzung der Pflichten von Grossunternehmen schützen. KMU brauchen aber keine staatlich verschriebene Nanny, sondern ein unternehmenfreundliches Umfeld.

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