07/16/2026 | Press release | Distributed by Public on 07/16/2026 02:14
PASSAU Anlässlich des Empfangs der niederbayerischen Wirtschaft am Mittwoch in Passau fordert Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ein industriepolitisches Umdenken.
Aiwanger: "Die niederbayerische Wirtschaft lebt von ihrer starken industriellen Basis. 28 Prozent der Beschäftigten arbeiten im verarbeitenden Gewerbe, vor allem in der Fahrzeugindustrie und im Maschinenbau. Mit einer Exportquote von 56 Prozent im verarbeitenden Gewerbe ist Niederbayern eines der industriellen Zugpferde Bayerns. Unsere Stabilität ist aber in Gefahr. Deutschland muss wieder wettbewerbsfähiger werden, Arbeit muss entlastet werden, die CO2-Bepreisung muss weg. Wer arbeiten kann, muss sich nützlich machen, es versickert zu viel Geld im Sozialmissbrauch."
Gleichzeitig machten internationale Krisen und hausgemachte Fehlsteuerung durch Bund und EU der Industrie das Leben schwer, so Aiwanger weiter. "Unsere Nachbarn werden stärker, gerade der Bayerische Wald bekommt die Konkurrenz aus Tschechien immer mehr zu spüren. Wir brauchen jetzt ein industriepolitisches Umdenken. Wir müssen den Fleißigen mehr Freiheiten einräumen, statt sie mit Vorgaben auszubremsen. Das heißt: Wir brauchen mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt. Dazu zählt auch der Erhalt der Minijobs. Sie ermöglichen es einerseits, dass sich viele Menschen etwas dazu verdienen und damit weniger abhängig von staatlichen Leistungen sind. Andererseits sind sie für Betriebe ein nützliches Instrument, um Personalengpässe abzufedern. Wir brauchen eine Entbürokratisierungsoffensive, die Unternehmenssteuern müssen runter und die Energiepreise müssen wieder auf ein wettbewerbsfähiges Niveau gebracht werden. Dazu müssen sofort die Preisbestandteile reduziert werden, die wir selbst in der Hand haben, allen voran muss die CO2-Bepreisung gestrichen werden. Und damit wir Firmennachfolgern den Einstieg ins Unternehmen erleichtern, muss die Erbschaftssteuer sofort abgeschafft werden. Berlin und Brüssel müssen hier endlich die richtigen Weichen stellen und uns bei unseren Bemühungen unterstützen."
Im Rahmen der regionalen Wirtschaftsförderung stellte das Bayerische Wirtschaftsministerium niederbayerischen Unternehmen allein 2025 rund 35 Millionen Euro bereit und löste damit Investitionen von rund 255 Millionen Euro aus. Dadurch wurden 222 neue Arbeitsplätze geschaffen und über 3.000 Arbeitsplätze gesichert. Seit 2021 wurden insgesamt 184 Millionen Euro aufgewendet und damit 1,3 Milliarden Euro an Investitionen angestoßen, 1.557 neue Arbeitsplätze geschaffen und 11.250 gesichert.
Mit Förderprogrammen für Forschung und Entwicklung sowie einem umfassenden Unterstützungsangebot für Start-ups treibt der Freistaat Innovation und Gründungsgeschehen in Niederbayern voran. Das Gründerzentrum Digitalisierung Niederbayern mit seinen Standorten in Landshut, Deggendorf, Passau, Pfarrkirchen und in Freyung bietet Start-ups eine gute Infrastruktur. Mehrere Fraunhofer-Standorte in Niederbayern stärken die außeruniversitäre Forschung und tragen dazu bei, theoretische Konzepte in die Praxis zu transferieren.
Der Empfang wurde organisiert von der IHK Niederbayern und der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, deren große Bedeutung für die berufliche Aus- und Weiterbildung Minister Aiwanger besonders hervorhob. Sie erhalten ebenfalls Unterstützung durch das Bayerische Wirtschaftsministerium.
Ansprechpartner:
Korbinian Huber
Stv. Pressesprecher