09/25/2026 | Press release | Distributed by Public on 09/25/2026 02:09
Berlin, 25. September 2026 - In der Nacht zu Freitag wurde im Bundestag in erster Lesung über die Novelle des Energieeffizienzgesetzes debattiert. Zu den Auswirkungen auf Rechenzentren erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder:
"Die Novelle des Energieeffizienzgesetzes muss nachgebessert werden. In der Kabinettsfassung werden zwar einige der bisherigen Vorgaben für Rechenzentren praxistauglich angepasst, es besteht aber weiterhin erheblicher Nachbesserungsbedarf im parlamentarischen Verfahren. Um die Ausbauziele der Rechenzentrumsstrategie zu erreichen, braucht es eine investitionsfreundliche Regulierung und eine stärkere europäische Harmonisierung. Alles andere würde die Ausbauziele der Bundesregierung für den Rechenzentrumsstandort Deutschland gefährden.
Die Branche steht zu den Klimazielen. Wo Rechenzentrumsbetreiber selbst Einfluss haben, sind ambitionierte Vorgaben deshalb sinnvoll. Etwa das Ziel, ihren Strom bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken. Bei der Energieeffizienz ist die Sache komplexer: Der sogenannte PUE-Wert beschreibt, wie viel Energie ein Rechenzentrum insgesamt im Verhältnis zur Energie für den eigentlichen IT-Betrieb verbraucht. Wie effizient ein Rechenzentrum arbeitet, hängt dabei auch davon ab, wie stark seine IT tatsächlich ausgelastet ist. Ein einheitlicher Grenzwert wird diesen unterschiedlichen Betriebsbedingungen nicht gerecht. Für neue Rechenzentren sollte deshalb wie im Referentenentwurf ein PUE von 1,3 statt 1,2 gelten; bei niedriger Auslastung sollte der Nachweis genügen, dass dieser Wert bei optimaler IT-Auslastung technisch erreicht werden kann. Außerdem müssen nationale Doppelstrukturen abgebaut werden: Eine zusätzliche deutsche Berichtsplattform ist angesichts des bestehenden europäischen Rahmens nicht sinnvoll. Und drittens muss die Ausnahme für TK-Netzknoten wieder aufgenommen werden, um kritische digitale Infrastruktur zu schützen.
Wir begrüßen ausdrücklich, dass Bundesländer wie Hessen den Stellenwert von Rechenzentren als Standortfaktor erkannt haben und sich für ihren weiteren Ausbau einsetzen. Jetzt braucht es auch auf Bundesebene verlässliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen."