Landeshauptstadt Potsdam

07/16/2026 | Press release | Distributed by Public on 07/16/2026 01:15

326 | Gedenken an das Attentat auf Adolf Hitler

Pressemitteilung Nr. 326 vom 16.07.2026 Gedenken an das Attentat auf Adolf Hitler

Zwei Veranstaltungen erinnern in Potsdam am 19. sowie am 20. Juli an den Umsturzversuch vom 20. Juli 1944
© Landeshauptstadt Potsdam/Frank Daenzer
16.07.2026

Das Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 zählt zu einem der wichtigsten Daten der deutschen Geschichte. In der Landeshauptstadt Potsdam erinnern zwei Veranstaltungen an dieses historische Ereignis: Am Sonntag, 19. Juli, findet um 11 Uhr am Turm des ehemaligen Reichsarchivs auf dem Brauhausberg eine Gedenkstunde statt. In der vom CDU-Kreisverband organisierten Veranstaltung wird Friedrich von Rabenau, damaliger Chef der Heeresarchive und Teil des militärischen Widerstands, in den Fokus gerückt. Zur Veranstaltung werden Familienangehörige der Rabenaus erwartet. Auch Oberbürgermeisterin Noosha Aubel wird an der Gedenkstunde teilnehmen.

"Die Erinnerung an den Widerstand des 20. Juli 1944 ist heute immer noch wichtig, weil sie zeigt, dass die nationalsozialistische Diktatur nicht von allen Deutschen widerspruchslos hingenommen wurde. Auch Menschen aus Militär, Verwaltung, Kirchen und bürgerlichen Kreisen waren bereit, ihre Stellung, ihre Freiheit und ihr Leben einzusetzen, um das verbrecherische Nazi-Regime zu beenden. Bei unserem Gedenken geht es nicht darum, die Beteiligten zu idealisieren. Viele von ihnen fanden erst spät zum Widerstand, einige hatten zuvor das NS-System unterstützt oder teilten antidemokratische und nationalkonservative Vorstellungen. Gerade diese Widersprüche machen die Erinnerung wertvoll: Widerstand entsteht nicht immer aus moralischer Klarheit von Anfang an, sondern manchmal aus einem schmerzhaften Prozess des Erkennens, Zweifelns und Handelns. Das verdient unseren Respekt", so Oberbürgermeisterin Noosha Aubel.

Direkt am Jahrestag, am Montag, 20. Juli, geht die Historikerin Juliane Kucharzewski ab 17 Uhr im Frauenzentrum Am Alten Markt der Bedeutung von Frauen im NS-Widerstand nach. Anhand von Clarita von Trott zu Solz, Rosemarie Reichwein und Ilse-Lotte von Hofacker zeigt sie, wie die Ehefrauen der Attentäter zum Widerstand fanden, dabei ihr Leben riskierten und welchen Anteil sie am geplanten Umsturzversuch hatten. Mit der Journalistin Ruth Hoffmann, Autorin des Buches "Raubzug von rechts. Familie, Freiheit, Widerstand. Wie die Rechte unsere Werte kapert und für ihre Zwecke missbraucht" wird zudem ein Bogen in die Gegenwart gespannt.
Die Veranstaltung moderiert die Redakteurin Stefanie Schuster im Auftrag der Stadt Potsdam.

Am 20. Juli 1944 hatte Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg ein Sprengstoffattentat auf Adolf Hitler verübt. Doch der Diktator überlebte. Damit war der Umsturzversuch eines breiten Netzwerkes gescheitert.

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