BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

05/06/2026 | Press release | Distributed by Public on 05/06/2026 07:39

Bitkom zum Gebäudemodernisierungsgesetz

Berlin, 06. Mai 2026 - Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat einen Referentenentwurf für das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) vorgelegt, als Ergänzung zum bereits bestehenden Gebäudeenergiegesetz (GEG). Ziel ist es, die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Modernisierung von Gebäuden neu zu fassen. Dazu erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder:

"Der vorgelegte Entwurf für ein Gebäudemodernisierungsgesetz kann kleinteilige Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes abbauen und mehr Technologieoffenheit ermöglichen. Das begrüßen wir ausdrücklich. Gleichzeitig sehen wir Nachbesserungsbedarf - insbesondere mit Blick auf die Planungssicherheit von Unternehmen. Es braucht eindeutige und dauerhaft verlässliche Vorgaben für die Dekarbonisierung im Einklang mit bestehenden EU-Richtlinien und dem deutschen Klimagesetz. Fehlen stabile Leitplanken, könnten die neuen Regelungen in wenigen Jahren schon wieder zurückgenommen und ersetzt werden.

Wir begrüßen insbesondere, dass der Entwurf Vorgaben für Nichtwohngebäude, wie etwa Gewerbeimmobilien, hinsichtlich Gebäudeautomation und vernetzter Steuerung macht. Auch die festgelegten Mindeststandards für die Nutzung digitaler Technologien für den Gebäudebetrieb sehen wir sehr positiv. Was im Entwurf bisher zu kurz kommt, sind Regelungen für digitales Monitoring bei Wohngebäuden und eine digitale Gebäudedatenbank. Entsprechende Vorgaben schaffen Transparenz über Energieverbräuche und den Renovierungszustand im breiten Gebäudebestand und bilden eine Grundlage für wirksame Effizienzmaßnahmen und mehr Klimaschutz. Beispielsweise kann ein digitaler Gebäuderessourcenpass dazu beitragen, Daten zu Sanierungsstand und energetischer Performance von Gebäuden digital verfügbar zu machen.

Laut einer Bitkom-Studie aus dem Jahr 2024 können durch eine beschleunigte Digitalisierung im Gebäudesektor bis 2030 zwischen 12,4 und 18,3 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Um diese Potenziale auszuschöpfen, sollten Standards für digitale Schnittstellen und digitales Monitoring im gesetzlichen Rahmen verankert und die Vorgaben der novellierten EU-Gebäuderichtlinie zur Gebäudedigitalisierung zügig umgesetzt werden."

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