Federal Ministry for Innovation, Mobility and Infrastructure of Austria

10/14/2026 | Press release | Distributed by Public on 10/14/2026 05:44

Made in Europe: Bundesregierung und Staatsunternehmen stärken gemeinsam den Wirtschaftsstandort

14. Oktober 2026 Made in Europe: Bundesregierung und Staatsunternehmen stärken gemeinsam den Wirtschaftsstandort Gemeinsame Deklaration für mehr europäische Wertschöpfung bei öffentlichen Aufträgen - 67 Milliarden Euro jährliches Beschaffungsvolumen als Hebel für Industrie, Arbeitsplätze und Versorgungssicherheit

Die Bundesregierung setzt den nächsten Schritt zur Umsetzung der Industriestrategie: Mit der gemeinsamen Unterzeichnung der "Made in Europe Declaration" bekennen sich die Bundesregierung und führende staatsnahe Unternehmen dazu, europäische Wertschöpfung bei öffentlichen Investitionen und Beschaffungen im Rahmen der jeweiligen sektorspezifischen rechtlichen und wirtschaftlichen Vorgaben beziehungsweise Möglichkeiten künftig stärker zu berücksichtigen. Ziel ist es, heimische und europäische Produktion zu stärken, Arbeitsplätze zu sichern und strategische Abhängigkeiten zu reduzieren. Die Initiative ist Teil der konsequenten Umsetzung der Industriestrategie, von der bereits über 40 Prozent der Maßnahmen umgesetzt oder in Umsetzung sind.

"Europa muss seine wirtschaftlichen Stärken selbstbewusst nutzen und dafür sorgen, dass öffentliche Investitionen auch unserer eigenen Industrie und unseren Arbeitsplätzen zugutekommen", betont Bundeskanzler Christian Stocker.

Mit der Made in Europe Declaration setze man gemeinsam mit den Staatsunternehmen ein Zeichen für einen starken, wettbewerbsfähigen und unabhängigen Wirtschaftsstandort.

67 Milliarden Euro öffentliche Beschaffung als Standorthebel

Allein in Österreich werden jährlich rund 67 Milliarden Euro öffentlich beschafft. Rund 50 Prozent dieses Volumens entfallen auf staatsnahe Unternehmen des Bundes, weitere 22 Prozent auf staatsnahe Unternehmen der Länder. Damit verfügen öffentliche Auftraggeber und Beteiligungsunternehmen, darunter vielfach Sektorenauftraggeber, über einen bedeutenden wirtschaftspolitischen Hebel, um Investitionen gezielter mit europäischer Wertschöpfung, Innovation und Beschäftigung zu verbinden.

Wie groß dieses Potenzial ist, zeigt eine Studie des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII): Lediglich 0,6 Prozent aller öffentlichen Aufträge machen 50 Prozent des gesamten Beschaffungsvolumens aus. Künftig sollen daher insbesondere bei großen Beschaffungen neben dem Anschaffungspreis auch Qualität, Lebenszykluskosten, Innovation und Versorgungssicherheit noch stärker berücksichtigt werden.

"Unser Steuergeld soll Jobs in Europa schaffen und nicht neue Abhängigkeiten im Ausland - bei 67 Milliarden Euro öffentlicher Beschaffung jährlich haben wir dafür einen gewaltigen Hebel", erklärt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.

Mit der heutigen Deklaration setze man gemeinsam mit den Staatsunternehmen den nächsten konsequenten Schritt der Industriestrategie: mehr heimische Produktion, mehr europäische Wertschöpfung und sichere Arbeitsplätze.

Infrastrukturunternehmen des Bundes als starke Partner

Eine wichtige Rolle kommt auch den Infrastrukturunternehmen des Bundes zu. Unternehmen wie die ÖBB, die ASFINAG und viadonau setzen mit ihren Investitionen in Schienen-, Straßen- und Wasserstraßeninfrastruktur bedeutende wirtschaftliche Impulse und vergeben Aufträge entlang zahlreicher industrieller Wertschöpfungsketten.

Die Beschaffungen in der Verantwortung des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) bieten daher ein erhebliches Potenzial, europäische Wertschöpfung, innovative Technologien und leistungsfähige Lieferketten zu stärken. Im Rahmen der jeweils geltenden vergaberechtlichen und sektorspezifischen Vorgaben sollen Qualität, langfristige Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit bei diesen Investitionen noch stärker mitgedacht werden.

"Unsere öffentlichen Infrastrukturinvestitionen sind nicht nur ein Motor für moderne Mobilität und Versorgungssicherheit, sondern auch ein wichtiger Auftraggeber für die heimische Wirtschaft. Mit Made in Europe wollen wir diese Investitionen noch stärker nutzen, um europäische Wertschöpfung, Innovation und Arbeitsplätze langfristig zu sichern sowie Unabhängigkeit und Resilienz der Wirtschaft zu stärken", erklärt Infrastrukturminister Peter Hanke.

Auch die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) sehen in ihren Investitionen eine Chance, den Wirtschaftsstandort zu stärken.

"Als einer der größten öffentlichen Auftraggeber Österreichs investieren die ÖBB laufend in eine moderne und leistungsfähige Bahninfrastruktur. Dabei sind Qualität, Innovation und langfristige Wirtschaftlichkeit entscheidend - und damit auch die Chancen, mit unseren Investitionen Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Österreich und Europa zu stärken", sagt ÖBB-Generaldirektor Andreas Matthä.

Staatsunternehmen bekennen sich zu Made in Europe

Mit der Deklaration bekräftigen die staatsnahen Unternehmen ihr Bekenntnis zur Stärkung von Made in Europe. Sie bekennen sich dazu, europäische Wertschöpfung bei ihren Beschaffungsentscheidungen im Rahmen der rechtlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten stärker zu berücksichtigen. Damit sollen öffentliche Investitionen nicht nur Infrastruktur schaffen, sondern auch zur Stärkung des österreichischen und europäischen Wirtschaftsstandorts beitragen.

Auch Verbund unterstreicht die Bedeutung strategischer Investitionen für den Standort und die Versorgungssicherheit.

"Der Ausbau unserer Energieinfrastruktur ist eine zentrale Investition in die Zukunft des Wirtschaftsstandorts und in die Versorgungssicherheit Österreichs. Wo es wirtschaftlich und rechtlich möglich ist, wollen wir mit unseren Investitionen auch europäische Technologien, industrielle Wertschöpfung und leistungsfähige Lieferketten stärken", erklärt Verbund-Vorstandsvorsitzender Michael Strugl.

Die Deklaration ist ein weiterer Umsetzungsschritt der Industriestrategie und knüpft an die im Sommer vorgestellte Initiative "Made in Europe and Partner Countries" an. Dieses Prinzip soll künftig stärker im öffentlichen Förder- und Beschaffungswesen verankert werden. Dabei geht es nicht um eine Abschottung Europas, sondern um faire Wettbewerbsbedingungen und einen strategischeren Einsatz öffentlicher Mittel.

Vier Maßnahmen für mehr europäische Wertschöpfung

Die Bundesregierung verfolgt dazu vier zentrale Handlungsfelder:

  1. Öffentliche Beschaffung strategisch ausrichten:
    Made in Europe soll als Leitprinzip bei öffentlichen Auftraggebern und staatsnahen Unternehmen im Rahmen der jeweiligen sektorspezifischen Vergaberegime gestärkt werden. Ein Aktionsplan für strategische öffentliche Beschaffung soll dazu beitragen.
  2. Förderpolitik als Standortinstrument nutzen:
    Öffentliche Fördermittel sollen verstärkt Forschungs- und Produktionskapazitäten in Österreich und Europa unterstützen. Erste Schritte wurden mit dem europäischen Bonus bei der Photovoltaikförderung und Förderungen für Pilotanlagen in Schlüsseltechnologien gesetzt.
  3. Vergaberecht weiterentwickeln:
    Bei öffentlichen Aufträgen sollen Qualität, Lebenszykluskosten und ökonomische Nachhaltigkeit stärker berücksichtigt werden. Angestrebt wird auch eine Begründungspflicht für nichteuropäische Beschaffungen.
  4. Europas Marktmacht nutzen:
    Klare Regeln gegen Dumping und unfaire Subventionen, wirksame Investitionskontrolle und ein Vergaberahmen, der europäische Wertschöpfung stärkt, sollen faire Wettbewerbsbedingungen sicherstellen.
Staatssekretär Sepp Schellhorn betont dabei die Bedeutung einer wirtschaftlich ausgewogenen Umsetzung: "Eine strategische Beschaffung muss Qualität, Wirtschaftlichkeit und langfristigen Nutzen in den Mittelpunkt stellen, statt ausschließlich auf den billigsten Preis zu schauen. Entscheidend ist, dass wir europäische Wertschöpfung stärken, ohne neue bürokratische Hürden für Unternehmen und öffentliche Auftraggeber aufzubauen."
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