06/25/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/25/2026 08:02
Mit einer weiteren Kennzeichnungsaktion wurde am 25. Juni 2026 in Rathenow West der vorgesehene Standort für einen künftigen Stolperstein sichtbar gemacht. Schülerinnen und Schüler der Klassen 6a und 6b der Grundschule "Otto Seeger" beschäftigten sich gemeinsam mit ihren Lehrkräften intensiv mit dem Schicksal des jüdischen Arztes Salomon Marcus.
Salomon Marcus wurde in Polen geboren und lebte zuletzt in der Göttliner Straße 55 in Rathenow West, wo er als Arzt tätig war. Im Jahr 1941 sollte seine Deportation erfolgen. Um diesem Schicksal zu entgehen, wählte er den Freitod.
Mit der geplanten Verlegung eines Stolpersteins soll Salomon Marcus ein sichtbarer Platz in der Stadtgeschichte zurückgegeben werden. Die Erinnerung an Menschen, die einst selbstverständlicher Teil des gesellschaftlichen Lebens in Rathenow waren und allein aufgrund ihres jüdischen Glaubens ausgegrenzt, verfolgt und entrechtet wurden, soll lebendig gehalten werden.
Während der Veranstaltung wurde deutlich gemacht, wie wichtig es ist, die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht zu vergessen und nicht zu relativieren. Die Auseinandersetzung mit diesen Themen im Unterricht ermöglicht es jungen Menschen, historische Zusammenhänge zu verstehen und Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen. Ausgrenzung, Hass und Antisemitismus haben keinen Platz in unserer Gesellschaft.
Bilder: Janin Deisler, Stadt Rathenow
Die Verlegung des Stolpersteins für Salomon Marcus ist im Rahmen der nächsten Stolperstein-Aktion in Rathenow voraussichtlich für März 2027 vorgesehen.