10/14/2026 | Press release | Distributed by Public on 10/14/2026 10:29
Berlin, 14. Oktober 2026 - Am morgigen Donnerstag berät der Bundestag abschließend über das Gesetz zur Reform der Notfallversorgung. Ziel der Reform ist es, Patientinnen und Patienten schneller in die passende Versorgung zu leiten und Notaufnahmen zu entlasten. Eine wichtige Rolle spielen dabei digitale Angebote und Telemedizin. Dazu erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder:
"Digitale Technologien können die Notfallversorgung entscheidend verbessern. So könnten viele Patientinnen und Patienten etwa per Videosprechstunde medizinisch eingeschätzt und anschließend gezielt in die richtige Versorgung geleitet werden. Damit lassen sich unnötige Wege in die Notaufnahme und die oft langen Wartezeiten für Patientinnen und Patienten vermeiden und medizinisches Personal entlasten.
Bitkom begrüßt an dem neuen Gesetz, dass Rettungsleitstellen und der ärztliche Bereitschaftsdienst digital besser vernetzt werden sollen und Informationen direkt austauschen können. Außerdem ist eine telemedizinische Erstversorgung rund um die Uhr vorgesehen. Im letzten Jahr gaben in einer Bitkom-Umfrage unter niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten 25 Prozent an, dass Videosprechstunden in ihrer Praxis bereits genutzt werden. Weitere 22 Prozent halten ihren Einsatz für sinnvoll. Die Strukturen sind also in Teilen schon da - und die Offenheit für Videosprechstunden und Telemedizin ist bei vielen vorhanden. Damit das Potenzial der Reform in der Praxis aber wirklich ausgeschöpft wird, muss noch nachgebessert werden. Auch privatwirtschaftliche Telemedizin-Anbieter sollten in die Notfallversorgung eingebunden werden können. Gerade nachts, am Wochenende und bei hoher Auslastung kann dies den personellen und wirtschaftlichen Druck auf den ärztlichen Bereitschaftsdienst verringern. Außerdem sollte qualifiziertes Pflegepersonal auch in der telemedizinischen Versorgung Aufgaben übernehmen dürfen."