01/16/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/16/2026 00:14
Litauen hat eine Verbrauchssteuer auf zuckergesüßte Getränke eingeführt, die am 1. Januar 2026 in Kraft tritt. Dies ist ein wichtiger Schritt, um vermeidbare Krankheiten und vorzeitige Todesfälle infolge von übermäßigem Zuckerkonsum zu verhindern.
Damit reiht sich Litauen in eine wachsende Zahl von Ländern ein, die mit steuerpolitischen Konzepten ein gesünderes Konsumverhalten ihrer Bevölkerung fördern wollen.
"Die Einführung einer Steuer auf zuckergesüßte Getränke ist eine wichtige Maßnahme, mit der unsere Regierung die wachsende Prävalenz chronischer Krankheiten verringern will. Übergewicht und Adipositas sind in Litauen auf dem Vormarsch - unsere Kinder konsumieren mehr als die empfohlene Menge an Zucker, was erheblich zur Ausbreitung chronischer Krankheiten beiträgt. Eine Zuckersteuer ist eine bewährte Maßnahme, die dazu beiträgt, den Konsum von gesüßten Getränken zu verringern. Wir können die Tatsachen nicht ignorieren: wenn wir in Zukunft eine gesündere Gesellschaft haben wollen, müssen wir jetzt handeln", sagte Marija Jakubauskienė, Gesundheitsministerin von Litauen.
Zuckergesüßte Getränke beinhalten keinen Nährwert und tragen erheblich zu übermäßiger Zuckeraufnahme, Gewichtszunahme und Adipositas bei. Der hohe Konsum von zuckerhaltigen Getränken wird außerdem mit Herzkrankheiten, Diabetes, Schlaganfall, adipositasbedingten Krebserkrankungen und Karies in Verbindung gebracht, was für den Staat Milliardenkosten im Gesundheitswesen verursacht.
Es gibt auch Hinweise auf gesundheitliche Risiken in Verbindung mit dem langfristigen Konsum zuckerfreier Süßungsmittel, die nachweislich das Risiko von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie vorzeitigem Tod erhöhen. Eine gut durchdachte Steuerpolitik, die den Preis erhöht und Anreize für die Industrie schafft, ihre Produkte gesünder zu machen - manchmal auch als Reformulierung von Produkten bezeichnet -, könnte im Rahmen eines umfassenderen Pakets von bevölkerungsweiten Konzepten eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Ernährung spielen.
"Mit diesem klugen, evidenzbasierten Schritt will Litauen die Ernährung verbessern und nichtübertragbare Krankheiten reduzieren. Angesichts der Tatsache, dass ein Viertel aller Todesfälle in Litauen auf ernährungsbedingte Risiken zurückzuführen ist und mehr als ein Zehntel der Schulkinder täglich zuckergesüßte Getränke trinkt, können Maßnahmen, die den Preis stark zuckerhaltiger Produkte erhöhen und zur Reformulierung von Produkten veranlassen, wirklich etwas bewirken", erklärte Dr. Hans Henri P. Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa.
2019 waren ernährungsbedingte Risiken, einschließlich eines hohen Konsums von zuckergesüßten Getränken, zusammen mit anderen Faktoren wie einem geringen Verzehr von Obst und Gemüse und einem erhöhten Salzkonsum für etwa 25 % aller Todesfälle in Litauen verantwortlich - verglichen mit 17 % im EU-Durchschnitt.
Neueste Daten machen das Ausmaß der Gefährdung noch deutlicher: 11,3 % der litauischen Schulkinder der Klassen 5 bis 9 konsumieren täglich zuckergesüßte Getränke, was auf einen frühen gewohnheitsmäßigen Konsum hindeutet. Darüber hinaus zeigen die Statistiken der staatlichen Statistikbehörde, dass 2024 der Absatz von Softdrinks - definiert als Wasser mit Zuckerzusatz oder anderen Süßungsmitteln und Aromen, einschließlich Mineral- und kohlensäurehaltiger Getränke - sich um 11 % auf einen Gesamtwert von 29,3 Mio. € erhöht hat, was das anhaltende Wachstum dieser Produktkategorie auf dem litauischen Markt unterstreicht.
Mit der neuen Verbrauchssteuer wird ein gestaffeltes System für Getränke mit Zuckerzusatz oder Süßstoffen eingeführt.
Produkte mit 2,5 bis 7,9 g zugesetztem Zucker pro 100 ml oder einer beliebigen Menge an Süßstoffen werden mit 7,4 € pro 100 Liter besteuert, während für Produkte mit 8 g Zucker oder mehr ein Steuersatz von 21 € pro 100 Liter gilt.
Konzentrierte Getränke werden mit 105 € pro 100 Liter in flüssiger Form oder 4,3 € pro Kilogramm in anderer Form besteuert. Von der Maßnahme ausgenommen sind Nahrungsergänzungsmittel, Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke, Säuglings- und Folgenahrung, pharmazeutische Produkte, Nektare mit Zuckerzusatz und trinkbare Milchprodukte.
Litauen ist seit Langem ein Vorreiter in der Alkoholbesteuerung.
Durch die Ausweitung der steuerpolitischen Maßnahmen auf alkoholfreie Getränke setzt sich das Land weiterhin für evidenzbasierte Instrumente zum Schutz der öffentlichen Gesundheit ein. Die nächste Phase wird eine solide Überwachung, Datenerfassung und Durchsetzung erfordern, insbesondere angesichts des zu erwartenden Widerstands aus der Wirtschaft.
"Ich beglückwünsche Litauen zu seinem starken Engagement für den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung durch Prävention und freue mich darauf, von der Art und Weise zu lernen, wie diese Politik umgesetzt und überwacht wird, damit die Ergebnisse in Maßnahmen in unserer gesamten Region einfließen können", sagte Dr. Kluge.
"Wir wünschen uns, dass gesündere Entscheidungen zu den einfachsten Entscheidungen werden. Heute entscheiden sich viele Menschen für Produkte nach dem Geschmack und nicht nach der Gesundheit, und solche Entscheidungen werden häufig durch den Zuckerzusatz beeinflusst. Eine Zuckersteuer ermutigt die Hersteller, gesündere Alternativen zu entwickeln, und hilft den Verbrauchern, klarer zu erkennen, welche Produkte wirklich einen Platz in ihrer täglichen Ernährung verdienen", sagte Ministerin Jakubauskienė abschließend.