07/17/2026 | Press release | Distributed by Public on 07/15/2026 18:04
Kernergebnisse
München, 17. Juni 2026 - Immer mehr Jugendliche sorgen sich um ihre berufliche Zukunft wegen des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz. Das geht aus der repräsentativen aktuellen Sinus-Jugendstudie im Auftrag der BARMER hervor, für die im Herbst 2025 bundesweit rund 2.000 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren befragt wurden. Demnach sehen 23 Prozent der Jugendlichen in Bayern ihre beruflichen Pläne durch KI gefährdet. Im Jahr 2023 waren es noch 18 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Jugendlichen, die KI-Tools selbst regelmäßig nutzen, binnen kurzer Zeit mehr als verdoppelt. Zwischen den Jahren 2023 und 2025 ist der Anteil in Bayern von 18 auf 52 Prozent gestiegen. ""Wenn immer mehr Jugendliche ihre berufliche Zukunft auch durch KI beeinflusst sehen, dürfen wir sie damit nicht alleinlassen. Wichtig ist, dass sie KI nicht nur nutzen, sondern auch verstehen, sich ihrer Möglichkeiten bedienen und zugleich wissen, wo kritisches Nachfragen notwendig ist", sagt Alfred Kindshofer, Landesgeschäftsführer der BARMER in Bayern.
Wie aus der Sinus-Studie weiter hervorgeht, haben zum Beispiel bereits 52 Prozent der Jugendlichen KI-Chatbots um Rat zu Gesundheitsproblemen oder Symptomen gefragt. Zudem halten 55 Prozent die von einer KI vorgeschlagenen Gesundheitstipps tendenziell für vertrauenswürdig. "KI-Kompetenz ist auch ein Teil digitaler Gesundheitskompetenz. Wer Chatbots zu Symptomen oder Gesundheitsproblemen nutzt, sollte wissen, dass solche Antworten Orientierung bieten können, aber fachlichen Rat nicht ersetzen", so BARMER-Landesgeschäftsführer Kindshofer.
Fühlen sich Jugendliche gut über KI informiert?
Nach eigenem Bekunden mehrheitlich ja. 77 Prozent in Bayern (Bund: 73 Prozent) fühlten sich zuletzt eher oder sehr gut informiert. Im Jahr 2023 lag dieser Anteil noch bei 51 Prozent (Bund: 54 Prozent). Als gar nicht informiert schätzten sich im vergangenen Jahr in Bayern nur unter drei Prozent der Befragten ein. Zudem sagten 78 Prozent (Bund: 75 Prozent), sie seien an Informationen zum Thema KI eher oder sehr interessiert, das sind neun Prozentpunkte mehr als zwei Jahre zuvor.
Wieviel Offenheit für Nutzung von KI in Gesundheitsfragen gibt es bei denjenigen, die bisher keine eigenen Erfahrungen damit haben?
Unter den 45 Prozent in Bayern, die es bisher nicht ausprobiert haben, KI zu Gesundheitsthemen zu nutzen, sind 22 Prozent strikte Ablehner, während 23 Prozent es in Erwägung ziehen würden, also grundsätzlich offen sind. Das entspricht, mit allen Chancen und Risiken, einem erheblichen Potenzial für zukünftige KI-Gesundheitsanwendungen bei den Heranwachsenden.
Kann KI auch bei psychischer Belastung ein Helfer sein?
Für einen Teil der Jugendlichen ja. 17 Prozent der Befragten haben bereits Apps oder Chat-Bots genutzt, die mit Künstlicher Intelligenz bei psychischen Belastungen wie Stress, Angst oder Traurigkeit helfen. Weitere 21 Prozent würden sie gerne einmal ausprobieren.
Was ist die Sinus-Jugendstudie?
Die Sinus-Jugendstudie ist eine Befragung, die das Sinus-Institut im Auftrag der BARMER seit dem Jahr 2021 jeden Herbst unter bundesweit 2.000 Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren durchführt, davon jeweils über 300 (2025: 315) in Bayern . Dabei werden verschiedene Themenbereiche angesprochen, wie zum Beispiel Zukunftsoptimismus, Cyber-Mobbing und Klimawandel. Die Ergebnisse der Sinus-Studie werden im Laufe des Jahres themenweise veröffentlicht.
Hier [https://www.barmer.de/unsere-leistungen/leistungen-a-z/praeventionangebote/durchblickt] mehr zu digitaler Gesundheitskompetenz
und hier [https://www.barmer.de/verantwortung/digitale-verantwortung/cdr-bericht4/gesundheitsrat-per-ki-1500676] mehr zu KI und Gesundheit.