01/21/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/21/2026 10:43
Asisa Abdirasulowa, eine bekannte Menschenrechtsverteidigerin und Pionierin der unabhängigen Zivilgesellschaft in Kirgisistan, ist vom Europarat für ihren Einsatz zum Schutz der Grundrechte, insbesondere der Rechte Inhaftierter, des Rechts auf Schutz vor Folter und des Rechts auf friedliche Versammlung, mit dem Raoul-Wallenberg-Preis ausgezeichnet worden.
Bei der Preisverleihung in Straßburg würdigte der Generalsekretär des Europarates, Alain Berset, den großen Mut und die Entschlossenheit Abdirasulowas, die einen außergewöhnlichen Beitrag zur Verteidigung der Grundrechte in Kirgisistan geleistet habe, oftmals auch auf die Gefahr hin, sich dadurch erheblichen persönlichen und körperliche Risiken auszusetzen.
"Asisa Abdirasulowa, eine der ersten unabhängigen Menschenrechtsverteidigerinnen in Kirgisistan, die systematisch Fälle von Folter und willkürlicher Inhaftierung dokumentierte, hat dafür gesorgt, dass diese Tatsachen bekannt wurden, wenn das Schweigen einfacher gewesen wäre. In Zeiten, in denen die Aufmerksamkeit auf geopolitische Veränderungen und Krisen auf höchster Ebene gerichtet ist, erinnert sie uns daran, dass der Raoul-Wallenberg-Preis den Schwerpunkt wieder auf jene legt, die sich für die Menschenrechte einsetzen."
Im Geiste des Wirkens Raoul Wallenbergs, einschließlich seiner unerschütterlichen Entschlossenheit und seines außergewöhnlichen Mutes bei der Verteidigung der Grundrechte, betonte die Jury, habe sich Abdirasulowa geweigert, sich durch Einschüchterung und Schikanierung zum Schweigen bringen zu lassen. Die Jury hob die wichtige Rolle der Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger in diesen schwierigen Zeiten hervor, die vor allem durch einen Rückschritt der Menschenrechte gekennzeichnet seien, und unterstrich, dass "ihre Organisation Kylym Shamy eine Schlüsselrolle bei der Aufdeckung systemischer Menschenrechtsverletzungen gespielt hat, indem sie die Opfer juristisch unterstützte und die öffentliche Meinung auf nationaler und internationaler Ebene mobilisierte. Sie war auch eine wichtige Quelle glaubwürdiger Informationen für die internationale Gemeinschaft zu Menschenrechtsfragen in Zentralasien. Sie hat sich unermüdlich für die Förderung und den Schutz der Versammlungsfreiheit und des Rechts auf friedlichen Protest gegen die strengen offiziellen Beschränkungen öffentlicher Demonstrationen und Versammlungen eingesetzt."
Bei der Entgegennahme des Preises erklärte Abdirasulowa: "Für mich hat jedes gerettete menschliche Leben einen ultimativen Wert, so wie es auch für Raoul Wallenberg war. In all den Jahren meiner Tätigkeit habe ich mich stets für grundlegende Menschenrechte eingesetzt: das Recht auf friedliche Versammlung, den Schutz vor Folter und grausamer Behandlung, die Freiheit der Meinung und der Meinungsäußerung. Diese Tätigkeit erforderte nicht nur Fachwissen, sondern auch großen persönlichen Mut. Ich habe Hunderte von Folterfällen miterlebt und jedes Mal versucht, die Opfer so gut wie möglich zu unterstützen."
Bei der Preisverleihung sprachen der Generalsekretär des Europarates, Alain Berset, der Vorsitzende der Jury, Roderick Liddell, und die Preisträgerin, sowie der Ständige Vertreter Ungarns beim Europarat, Botschafter Harry Rusz, und der Ständige Vertreter Schwedens beim Europarat, Botschafter Niklas Kebbon. (weiter)
Lebenslauf Asisa Abdirasulowas [EN]