BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

04/17/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/17/2026 02:36

Ein Viertel der Deutschen hat digitale Gewalt erlebt

  • Große Mehrheit (80 Prozent) fordert Strafbarkeit für das Erstellen oder Verbreiten intimer Bilder ohne Zustimmung
  • Bundesjustizministerin stellt neues Gesetz gegen digitale Gewalt vor

Berlin, 17. April 2026 - Beleidigungen, Bedrohungen, Mobbing oder intime Fotos: Viele Menschen waren bereits digitaler Gewalt ausgesetzt. Rund ein Viertel (25 Prozent) sagt, selbst schon einmal davon betroffen gewesen zu sein. 2 Prozent geben an, dies häufig zu erleben, 5 Prozent gelegentlich und 18 Prozent selten oder einmalig. 69 Prozent sagen, sie seien noch nie von digitaler Gewalt betroffen gewesen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1.004 Personen ab 16 Jahren in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Als digitale Gewalt wurden dabei digitale Angriffe wie besonders beleidigende oder bedrohende Nachrichten, starke Belästigung, üble Nachrede oder Mobbing, die Verbreitung intimer Bilder oder Deepfakes bis hin zur Androhung körperlicher Gewalt im Internet verstanden. Besonders häufig betroffen sind jüngere Menschen: Unter den 16- bis 29-Jährigen berichten 43 Prozent von entsprechenden Erfahrungen, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 26 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen 29 Prozent und unter den Menschen ab 65 Jahren 8 Prozent.

An diesem Freitag stellt Bundesjustizministerin Stefanie Hubig ein neues Gesetz gegen digitale Gewalt vor. "Digitale Gewalt ist kein Kavaliersdelikt. Wer andere im Netz gezielt bedroht, demütigt oder intime Inhalte ohne Zustimmung verbreitet, greift Würde, Privatsphäre und Sicherheit der Betroffenen an. Das neue Gesetz ist ein wichtiger Fortschritt im Kampf gegen digitale Gewalt. Entscheidend ist jetzt, dass digitale Gewalt schnell gestoppt und konsequent verfolgt wird - und dass es für die Betroffenen leichter wird, sich dagegen zu wehren", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Eine sehr große Mehrheit von 80 Prozent der Deutschen fordert eine konsequente Strafverfolgung, wenn intime Bilder oder Videos ohne Zustimmung erstellt oder verbreitet werden. 77 Prozent halten das Problem für noch größer als aktuell diskutiert. Zugleich finden 8 von 10 (81 Prozent), dass Online-Plattformen verpflichtet werden sollten, Hinweise auf digitale Gewalt besonders schnell zu prüfen und zu löschen. Rohleder: "Politik, Plattformen und Strafverfolgung müssen jetzt gemeinsam dafür sorgen, dass Betroffene besser geschützt und Täter viel konsequenter als bisher zur Verantwortung gezogen werden."

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