Bundesland Niedersachsen

04/13/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/13/2026 00:19

Einsatzkräfte in Cuxhaven bekämpfen simulierten Ölunfall an der Kugelbake

Cuxhaven/Stade Eine Kollision vor Cuxhaven, Schweröl im Hafenbecken und eine bedrohte Küstenlinie: Im Rahmen einer großangelegten praktischen Übung probten am Samstag (11.04.) THW, DLRG und die Facheinheit Information und Kommunikation der Stadt Cuxhaven gemeinsam mit dem Havariekommando und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) für den Ernstfall eines komplexen Schadstoffunfalls. Bei der ganztägigen Übung im Bauhafen an der Kugelbake kam dabei zu Land, zu Wasser und in der Luft jede Menge Spezialgerät zum Einsatz.

Regelmäßige Übungen und Schulungen unter Realbedingungen seien wichtige Bausteine der vorsorgenden Schadstoffunfallbekämpfung, betont Jan Mühlen von der bei der Übung federführenden NLWKN-Betriebsstelle Stade: "Es kommt darauf an, dass die Zusammenarbeit der bei der Bekämpfung gefragten Partner auch unter schwierigsten Rahmenbedingungen einwandfrei funktioniert und das genutzte Spezialgerät fachgerecht und möglichst effizient zum Einsatz kommt".

Der Landesbetrieb ist bei Ölverschmutzungen im Küstengewässer bis zur Mittleren Tidehochwasser-Linie (MTHW) für die örtliche Einsatzleitung zuständig. Die Gesamtleitung solcher Einsätze läge im Ernstfall wegen der Komplexität des Szenarios beim Havariekommando. Rund 20 praktische Ölwehr-Übungen gibt es allein in Niedersachsen pro Jahr - im ostfriesischen Wattengebiet ebenso wie auf der Weser, der Elbe und der Ems.

Bei der jüngsten Übung in Cuxhaven stand am Samstag vor allem die Erprobung von Geräten zur Strandreinigung im Vordergrund. Das Szenario: Nach der Kollision zweier Schiffe vor der Küste treiben am frühen Morgen rund 70 Kubikmeter Schweröl durch Strömung und Südostwind in Richtung Kugelbake - und damit unter anderem in den Bauhafen. Nach Erkundung der betroffenen Flächen und einer umfassenden Lagebesprechung vor Ort waren die rund 60 Einsatzkräfte und Beobachter in Folge vor allem damit beschäftigt, das simulierte Öl-Wasser-Gemisch und Öl-Sand-Gemisch aufzunehmen und in schnell aufgebauten Behältern zwischenzulagern. Zum Entfernen des Öls kamen unter anderem sogenannte Skimmer zum Einsatz - Spezialgeräte zur Aufnahme des Öls, das größtenteils auf dem Wasser schwimmt. Die Helfer legten außerdem Ölsperren aus, die dafür sorgen, dass das Öl an Ort und Stelle bleibt und nicht weiter treibt.

Lageerkundung aus der Luft

Das Havariekommando nutzte das Übungsszenario zudem, um weitere praktische Erfahrungen bei der Lageerkundung aus der Luft zu sammeln: Parallel zur Strandreinigungsübung führte es dazu eine drohnengestützte Erkundungsübung mit Drohnengruppen verschiedener Hilfsorganisationen durch.

"Mit Drohnen, wie sie die örtlichen Hilfsorganisationen vorhalten, können wir das Gelände schnell überblicken und Einsatzschwerpunkte erkennen. Das hilft uns und den Einsatzkräften vor Ort dabei, Ressourcen sinnvoll einzusetzen und einen Schadstoffunfall effektiv zu bekämpfen", so Merlin Gutsche vom Fachbereich "Schadstoffunfallbekämpfung Küste" des Havariekommandos. Wichtig sei, dies auch immer wieder zu üben: "Im Einsatzfall müssen Abläufe und Zuständigkeiten klar sein - gerade zwischen den unterschiedlichen Behörden und Organisationen. Darauf legen wir als Havariekommando großen Wert und deswegen freuen wir uns über Übungen wie diese", so Gutsche.

An den Übungen im Bauhafen waren neben der Fachgruppe Öl und dem Zugtrupp des THW-Ortsverbands Cuxhaven auch drei Drohnen-Trupps des THW aus Delmenhorst, Holzminden und Cloppenburg, die DLRG-Ortsgruppe Cuxhaven und Vertreter der Facheinheit Information und Kommunikation der Stadt Cuxhaven beteiligt. Der NLWKN und das Havariekommando dankten allen Akteuren zum Abschluss der Übung für ihr großes Engagement und den professionellen gemeinsamen Einsatz.

Bildmaterial zur Übung finden Sie hier (Bildnachweis: Havariekommando):

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