08/11/2026 | Press release | Distributed by Public on 08/11/2026 01:17
Kartoffeln sortieren mit KI
Bis zu zehn Tonnen Kartoffeln können die Maschinen von Karevo pro Stunde sortieren. Die KI-gestützte optische Erkennung erreicht dabei eine Genauigkeit von 95 Prozent. Der Weg des Gründers führte vom Kartoffelhof über die Technische Universität München (TUM) bis zum eigenen Start-up.
"Kartoffeln sortieren ist Knochenarbeit - man steht stundenlang am Verlesetisch, prüft jede einzelne Kartoffel und ist umgeben von Lärm und Staub", sagt Benedikt Keßler, Mitgründer des Start-ups Karevo. Er ist auf einem Kartoffelhof aufgewachsen und kennt die Herausforderungen aus eigener Erfahrung. Während seines Maschinenwesenstudiums an der TUM entwickelte er deshalb die Idee für eine automatisierte Sortiermaschine, die mit einem speziell trainierten KI-Modell arbeitet.
Das Modell wurde mit über 100.000 Bildern trainiert und kann Schäden an Kartoffeln mit 95-prozentiger Genauigkeit identifizieren. Die Maschine kann Fremdkörper und sieben Defekttypen wie Fäule, Risse und Drahtwürmer erkennen. Ein besonderer Vorteil: Das funktioniert auch bei ungewaschenen Kartoffeln.
"Andere Erkennungsverfahren stoßen bei ungewaschenen Kartoffeln häufig an ihre Grenzen, weil diese je nach Region, Bodentyp oder Lagerbedingungen sehr unterschiedlich aussehen", erklärt Benedikt Keßler. Durch das KI-Modell kann bei Karevo die Sortierung schnell an die jeweiligen Kartoffeln des Betriebs angepasst werden.
"Kartoffelsortiermaschinen sind für Kleinbetriebe häufig zu teuer, zu groß oder zu kompliziert in der Wartung", sagt Benedikt Keßler aus Erfahrung. Die Maschinen von Karevo sind deshalb kleiner und günstiger. Außerdem sind sie modular aufgebaut. So ist die Wartung einfacher und sie lassen sich in bestehende Anlagen integrieren. "Ich habe die Maschine entwickelt, die mir auf dem Kartoffelhof meiner Eltern die Knochenarbeit abgenommen hätte."
Benedikt Keßler begann die Arbeit an der Technologie während seiner Masterarbeit an der TUM. Gemeinsam mit dem befreundeten Ingenieur-Studenten Johannes von Wittke von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg suchte er nach weiteren Gründern. Über UnternehmerTUM, das Zentrum für Innovation und Gründung an der TUM, wurden sie mit Felix Beck fündig, der an der TUM seinen Executive MBA absolviert hat.
In der Gründungsphase nahmen sie am UnternehmerTUM Incubator teil und gründeten 2024 Karevo. Zu Beginn schraubten sie an den Prototypen im Makerspace, der Hightechwerkstatt von UnternehmerTUM. Seit Herbst 2025 sind sie erfolgreich auf dem Markt.
Unternehmertum ist Teil unserer DNA. Entdecken Sie das Gründungsökosystem von TUM, UnternehmerTUM und den TUM Venture Labs mit vielfältigen Entrepreneurship-Angeboten - von Gründungsberatung bis hin zu Entrepreneurship Education.
Das Innovationsökosystem mit der TUM im Mittelpunkt gilt als einer der erfolgreichsten Deeptech-Hubs in Europa. Seine besonderen Stärken sind sein starkes, vielfältiges Netzwerk und die äußerst spezifische Förderung. In Initiativen und Co-Labs arbeiten Start-ups mit etablierten Unternehmen, Fachleuten, Investorinnen und Investoren und Verwaltung an Innovationen. TUM und UnternehmerTUM, das Zentrum für Innovation und Gründung, unterstützen Gründungsteams mit Programmen, die exakt auf die einzelnen Phasen der Gründung und die Teams zugeschnitten sind. Auf zwölf Technologiefeldern bieten die TUM Venture Labs eine unmittelbare Anbindung an die Spitzenforschung, technische Infrastruktur und Marktexpertise. Pro Jahr werden mehr als 100 Unternehmen an der TUM gegründet und mehr als 1.000 Start-up-Teams von UnternehmerTUM und den Venture Labs unterstützt. UnternehmerTUM, das mit einem eigenen Venture-Capital-Fonds investiert, wurde von der Financial Times dreimal zu Europas bestem Gründungszentrum gewählt.
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