BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

01/16/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/16/2026 05:33

Bürokratie bremst FinTechs in Deutschland aus

  • Nur 28 Prozent würden bei Neugründung wieder Deutschland wählen
  • 7 von 10 wünschen sich mehr heimisches Venture Capital
  • Forderung nach besserer Planbarkeit, Transparenz und Entbürokratisierung

Berlin, 16. Januar 2026 - Im Urlaub per App in Fremdwährung zahlen, Versicherungsschäden online melden oder einfacher in Aktien, Fonds oder Kryptowährungen investieren: FinTechs verändern die Art und Weise, wie Finanzdienstleistungen entwickelt, angeboten und genutzt werden. Damit sind sie nicht nur wichtiger Innovationstreiber im Finanzsektor, sondern auch für andere Branchen. Doch FinTechs sehen in Deutschland weiterhin erhebliche Standortnachteile. Vor allem von Regulierung und Bürokratie sehen sie sich gebremst: Rund drei Viertel (73 Prozent) der FinTechs sehen den Verwaltungsaufwand als größtes Wachstumshindernis. Ebenfalls 73 Prozent der FinTechs berichten von regulatorischen Hürden, 68 Prozent von hohen Compliance-Anforderungen und 58 Prozent von Unsicherheiten beim Einsatz neuer Technologien. Dabei erwarten fast alle (96 Prozent), dass Künstliche Intelligenz den Markt künftig prägen wird. Das sind Ergebnisse einer heute veröffentlichten Studie "FinTechs in Deutschland​", für die der Digitalverband Bitkom 40 in Deutschland aktive FinTechs befragt hat.

Auch schwieriger Kapitalzugang hemmt Standortattraktivität

Für Finanzierung sind 55 Prozent der FinTechs auf ausländische Kapitalgeber angewiesen, 70 Prozent fordern mehr heimisches Venture Capital, während 58 Prozent Finanzierungen im Ausland als leichter einschätzen. Ob Bürokratie oder Finanzengpässe - die schwierigen Rahmenbedingungen haben ihre Konsequenzen: Nur 28 Prozent würden bei einer Gründung erneut Deutschland als Standort wählen. "Mit rund 700 FinTechs zählt Deutschland pro Kopf bereits jetzt deutlich weniger FinTechs als viele andere europäische Länder. Das zeigt: Der Standort Deutschland hat Aufholbedarf, bietet aber auch großes Wachstumspotenzial", sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.

Ein wesentlicher Standortnachteil bleibt auch die Dauer der Lizenzierungsverfahren: Im Schnitt dauert der Prozess in Deutschland mehr als 2 Jahre und fällt damit im europäischen Vergleich besonders lang aus. Entsprechend kritisch wird das aufsichtsrechtliche Umfeld bewertet: Nur 35 Prozent bewerten das deutsche Aufsichtsumfeld positiv, 78 Prozent nehmen es als innovationshemmend wahr. Wintergerst: "Um den FinTech-Standort nachhaltig zu stärken, braucht es neben gesetzgeberischen Reformen auch spürbare Verbesserungen in der praktischen Ausgestaltung der Aufsicht. Planbarkeit und Transparenz müssen erhöht, der administrative Aufwand reduziert werden."

Fünf Maßnahmen für bessere Rahmenbedingungen

Konkret fordert der Bitkom basierend auf den Ergebnissen fünf Maßnahmen für effizientere Aufsichtsprozesse, schlankere Bürokratie und eine verbesserte Kommunikation zwischen Stakeholdern:

  • Informelle Vorgesuchverfahren zur frühzeitigen Einschätzung von Lizenzanträgen.
  • Verbindliche Fristen und mehr Transparenz für bessere Planungssicherheit.
  • Feste Ansprechpartner und vollständig digitale Verfahren zur Entlastung von Unternehmen.
  • Behördenübergreifender Datenaustausch inklusive zentraler Betrugsbekämpfung.
  • Intensiverer, strukturierter Dialog zwischen Aufsicht, Wirtschaft und Politik.

Die vollständige Studie mit zahlreichen weiteren Ergebnissen steht zum Download bereit unter: https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/FinTechs-als-Innovationstreiber.

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BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. published this content on January 16, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on January 16, 2026 at 11:33 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]