04/23/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/23/2026 01:37
Neckar-Odenwald-Kreis. Die Europäische Impfwoche findet in diesem Jahr bereits zum 20. Mal statt. Unter dem Motto "Impfstoffe wirken für jede Generation" informieren die Kommunale Gesundheitskonferenz und das Gesundheitsamt über die aktuelle Impfsituation im Landkreis. Ziel der Aktionswoche ist es, die Impfquoten in der Bevölkerung zu erhöhen und damit Krankheitsausbrüche kurz- und langfristig zu verhindern. Impfungen schützen dabei nicht nur die einzelne Person, sondern auch das Umfeld. "Impfen ist eine der wirksamsten und zugleich einfachsten Maßnahmen zum Schutz der eigenen Gesundheit und der Gemeinschaft. Nutzen Sie die bestehenden Angebote und überprüfen Sie Ihren Impfschutz regelmäßig", appelliert der Vorsitzende der Kommunalen Gesundheitskonferenz Landrat Dr. Achim Brötel an die Bevölkerung.
Viele Menschen verbinden das Thema Impfen vor allem mit Neugeborenen, Säuglingen oder älteren Menschen sowie mit regelmäßigen Auffrischimpfungen. Auch Reiseimpfungen sind bekannt. Weniger im Fokus steht jedoch das Kindes- und Jugendalter - obwohl gerade hier wichtige Schutzimpfungen anstehen.
Ein Beispiel ist das Humane Papillomvirus (HPV), das im Laufe des Lebens die Mehrheit aller sexuell aktiven Menschen betrifft - unabhängig vom Geschlecht. Je nach Virustyp kann eine Infektion zu Warzen oder auch zu verschiedenen Krebsarten führen. Neben Gebärmutterhalskrebs sind auch andere Körperregionen betroffen. Gegen mehrere HPV-Varianten stehen geprüfte Impfstoffe zur Verfügung, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfohlen werden. So kann eine Impfung nach Angaben des RKI rund 94 Prozent der durch HPV verursachten Gebärmutterhalskrebsfälle verhindern. "Trotz dieser eindrucksvollen Wirkung sind die Impfzahlen im Neckar-Odenwald-Kreis immer noch verhältnismäßig gering", mahnt die Fachärztin für Öffentliches Gesundheitswesen und Leiterin des Gesundheitsamts Stephanie Keller. Die Impfquote im Landkreis lag nach Zahlen des RKIs in 2024 bei etwa 48 Prozent unter den 15-jährigen Mädchen und bei Jungen sogar nur bei 35 Prozent. Tatsächlich strebt die Europäische Kommission mit einem Plan zur Krebsbekämpfung eine Impfquote von 90 Prozent bei Mädchen und eine deutliche Steigerung der Quote bei Jungen bis 2030 an. "Gerade bei der HPV-Impfung sehen wir eine deutliche Lücke zwischen medizinischer Empfehlung und tatsächlicher Inanspruchnahme. Dabei bietet sie einen nachweislich hohen Schutz vor bestimmten Krebsarten - diese Chance sollten wir konsequent nutzen.", erklärt Keller. Das Gesundheitsamt habe zu Beginn des Jahres auch mit einer Wanderausstellung zu dem Thema aufgeklärt, so die Leiterin.
Neu für alle Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren empfiehlt die STIKO seit diesem Jahr unabhängig vom Impfstatus bzw. bereits erfolgten Impfungen, die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe A, C, W und Y. Meningokokken sind Bakterien, die sich im Nasen-Rachen-Raum ansiedeln können und vor allem zu einer Entzündung der Hirnhäute oder zu einer bakteriellen Blutvergiftung führen.
Gleichzeitig steigt mit dem Frühling auch die Gefahr eines Zeckenstichs und damit der Übertragung der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Der Neckar-Odenwald-Kreis zählt zu den FSME-Risikogebieten, weshalb eine Impfung zur Prävention vom RKI ab einem Jahr empfohlen wird. Regelmäßige Auffrischungen sind erforderlich.
Im Rahmen der Europäischen Impfwoche bietet die Webseite www.mach-den-impfcheck.de Orientierung: Hier können Personen zwischen 9 und 18 Jahren den persönlichen Impfstatus schnell eigenständig überprüfen. Eine gute Übersicht zu Informationen rund um das Thema Impfen bietet zudem die Webseite www.impfen-info.de des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Unter Mediathek finden sich die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission in einem Impfkalender übersichtlich dargestellt.
Die Informationsangebote ersetzen jedoch keine individuelle ärztliche Beratung. Für Fragen zum Impfstatus stehen Haus- und Fachärzte sowie das Gesundheitsamt unter 06261 84 2446 zur Verfügung.