City of Wels

04/14/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/14/2026 03:36

Wels präsentiert Mobilitätskonzept für Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr

Mobilität, 14.04.2026, 07:14 Uhr

Wels präsentiert Mobilitätskonzept für Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr

Der Masterplan Gehen & Rad soll am Montag, 27. April im Gemeinderat beschlossen werden. Der Gemeinderat hatte die Welser Firma Trafility GmbH mit der Ausarbeitung dieser Masterpläne sowie des Mobilitätskonzepts beauftragt. Wie berichtet, sind diese Konzepte auf 2040 ausgerichtet und gehen auf die Mobilitätsbedürfnisse von Menschen und Unternehmen in Wels und deren Umfeld ein.

Hintergrund

Das bisher letzte Gesamtverkehrskonzept für die Stadt Wels stammt aus dem Jahr 1996. In den vergangenen 30 Jahren haben sich im Mobilitätsbereich naturgemäß viele Neuerungen (Innenstadtkonzept 2006, Örtliches Entwicklungskonzept 2015, geänderte Richtlinien im Rad- und Fußverkehr etc.) und Herausforderungen (Technologie, Klima, Stadtwachstum, Lebensqualität, Paradigmenwechsel mit Fokus auf den Umstieg auf aktive Mobilität sowie Freizeit und Tourismus) entwickelt.

Daraus (und mit der Beibehaltung der Qualität des motorisierten Individualverkehrs als Rahmenbedingung) wurden von der Steuerungsgruppe (Mitglieder des Mobilitätsausschusses des Gemeinderates, stadteigene Experten, Vertreter der Trafility GmbH.) folgende Ziele für das neue Konzept definiert:

  • Attraktivierung des städtischen öffentlichen Verkehrs
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität auf öffentlichen Plätzen
  • Förderung der aktiven Mobilität (Rad- und Fußverkehr u.ä.)

Ein wesentliches Element der Erstellung war neben der Grundlagenanalyse die Bürgerbeteiligung in Form einer Online-Mobilitätsumfrage Ende 2024, die Ergebnisse wurden Anfang 2025 präsentiert. Anschließend erfolgte die Definition der Fokusfelder, die Ausarbeitung der Maßnahmen sowie die Finalisierung des nun vorliegenden Konzeptes. Festzuhalten ist, dass die Konzepte auch in das vor kurzem präsentierte überregionale Verkehrskonzept Wels-Land und -Stadt eingebunden wurden.

Mobilitätskonzept

Das Mobilitätskonzept bestimmt die langfristige Ausrichtung des Verkehrs bis 2040. Wesentliche Inhalte sind die Betrachtung von Wechselwirkungen im Verkehrsbereich zwischen Stadt und Umland, die Bewertung der aktuellen und künftigen Qualität des Mobilitätssystems von Wels für alle Verkehrsarten und die integrierte Entwicklung aller Verkehrsträger. Die 15 Fokusfelder sind in vier Gruppen unterteilt: Zentrum, Öffentlicher Verkehr, Rad & Schule sowie motorisierter Individualverkehr.

Zentrum

In diesem Bereich stellte sich bei der Grundlagenanalyse der Kfz-Verkehr als trennender Faktor der bestehenden Fußgängerzonen heraus (Stichwort Ringstraße). Weiters ergab sich, dass wenig Platz für Maßnahmen der aktiven Mobilität vorhanden ist. Die Bevölkerung äußerte bei der Mobilitätsumfrage den Wunsch nach Erweiterungen der Fußgängerzonen und Kfz-Verkehrsberuhigung.

Als mögliche Maßnahmen sieht das Konzept die Öffnung der derzeit als Ost-West-Einbahn geführten Eisenhowerstraße, bei Bedarf eine Kapazitätseinschränkung der Ringstraße bei gleichzeitiger Priorisierung des Fußverkehrs und neue Radwege (etwa in der Dr.-Salzmann-Straße) vor. Generell soll der motorisierte Individualverkehr weniger Flächen erhalten, was mehr Platz für Aufenthaltsqualität und aktive Mobilität bringen soll. Bei der Ringstraße/Eisenhowerstraße gilt es zu beachten:

  • Eine Ringstraße ohne oder mit sehr reduziertem Kfz-Verkehr würde auch die Maria-Theresia-Straße entlasten und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt generell erhöhen (Stichwort durchgehende Fußgängerzone). Als Nachteil könnten unerwünschte Verlagerungseffekte auf die Schubert-, Volksgarten-, Kolping- und Pollheimerstraße auftreten.
  • Die in Abstimmung mit dem Land Oberösterreich als Erhalterin angestrebte Öffnung der Eisenhowerstraße in beide Fahrtrichtungen würde den Verkehr dort sowie auf der Salzburger- und der Dr. Groß-Straße bündeln. Entlastet würden dadurch neben der Innenstadt konkret auch die Schubert-, Bahnhof- und Maria-Theresia-Straße. Gleichzeitig könnten in den Spitzenstunden Überlastungen auftreten.
  • Beide Maßnahmen kombiniert - also Sperre Ringstaße plus Öffnung Einbahn Eisenhowerstraße auch für den West-Ost-Verkehr - würden alle genannten Vorteile hervorbringen, als Nachteil blieben die möglichen Überlastungen zu Stoßzeiten bestehen.
  • Politischer Konsens besteht jedenfalls bei der Öffnung der Eisenhowerstraße Richtung Osten, nicht jedoch bei der Sperre der Ringstraße.

Öffentlicher Verkehr

Bei der Mobilitätsumfrage gaben 50 Prozent der Befragten an, dass sie den innerstädtischen öffentlichen Verkehr als eher schlecht empfinden. Zudem ergab sich daraus ein Wunsch nach Attraktivierung und Erhöhung der Haltestellendichte. Hier schlägt das Konzept folgende Maßnahmen vor:

  • Einführung einer Tangentiallinie (Details sind noch auszuarbeiten)
  • Optimierung der Umsteigemöglichkeiten
  • Integration des öffentlichen Verkehrs in die Stadtteilplanung
  • Priorisierung des öffentlichen Verkehrs bei den Ampeln (Verkehrslichtsignalanlagen)
  • Verbesserte Kommunikation zum öffentlichen Verkehr
  • Mobility Hubs zum bequemen Umstieg zwischen den Verkehrsmitteln
  • Integrativer Mobilitätszugang über eine Mitgliedskarte unter dem Slogan 24-Stunden-Wels
  • Neue S-Bahn-Haltestellen in Wels (sind im ÖBB-Zielnetz enthalten)
  • Einführung eines Citybusses (Details sind noch auszuarbeiten)

Rad & Schule

Bei diesen Themenfeldern sticht bei der Mobilitätsumfrage die Bewertung des Radverkehrs von 61 Prozent der Befragten als eher schlecht hervor. Für diese Bereiche wurde Folgendes überlegt:

  • Verbesserungen beim direkten Schulumfeld
  • Konfliktpunkte am Schulweg entschärfen
  • Neu- und Ausbau von Geh-und Radwegen gemäß Richtlinien und Vorschriften für den Radverkehr (RVS)
  • Ein- und/oder Zweirichtungsradweg mit Schutzstreifen
  • Wenn möglich, Trennung von Rad- und Fußverkehr
  • Umsetzung des österreichweiten Radzielnetzes 2024
  • Weitere Maßnahmen siehe Masterplan Rad

Motorisierter Individualverkehr

Der Kfz-Verkehr wurde in der Mobilitätsumfrage von 84 Prozent der Bevölkerung als gut bis sehr gut bewertet. Um diese Qualität beizubehalten, sind im Konzept folgende Maßnahmen vorgesehen:

  • Eine neue Nordtangente soll im Norden die aktuellen Ost-West-Verbindungen entlasten.
  • In der Oberfeldstraße soll mit dem Land Oberösterreich und der ASFINAG der überlastete Knoten mit der B 137 Innviertler Straße entlastet und die Verkehrssicherheit erhöht werden.

Masterplan Gehen & Rad

Der Masterplan Gehen & Rad bietet eine tiefergehende Analyse des Fuß- und Radverkehrs und soll als Werkzeug für die tägliche Arbeit der zuständigen Mitarbeiter der Stadt dienen. Zudem bildet er die Grundlage für eine Förderung durch die Initiative klimaaktiv des Bundes. Im Masterplan sind insgesamt 108 bauliche Maßnahmen aufgelistet. Diese teilen sich in 41 für den Fußverkehr und 67 für den Radverkehr beziehungsweise in kurz-, mittel- und langfristig.

Kurzfristige Maßnahmen

Laut Masterplan Gehen soll beispielsweise in der Voralpenstraße unter Federführung der Wels Linien eine neue Haltestelle samt Querungshilfe entstehen. Ein entsprechendes Beispiel im Masterplan Rad ist etwa der Aus- beziehungsweise Neubau des Geh- und Radweges in der Gaswerkstraße.

Mittelfristige Maßnahmen

Die Neu- beziehungsweise Umgestaltung des Platzes beim Lokalbahnhof unter Federführung von ÖBB und Wels Linien ist etwa mittelfristig im Masterplan Gehen enthalten, der Neubau eines Geh- und Radweges in der Fernreither Straße im Masterplan Rad.

Langfristige Maßnahmen

Auf lange Sicht sieht der Masterplan Gehen unter anderem bei der Wimpassinger Straße unter Federführung der ÖBB einen barrierefreien Umbau der Stiegenanlage bei der Westbahn-Unterführung samt Überplattung für den Geh- und Radweg vor. Abhängig vom Sanierungszeitpunkt soll laut Masterplan Rad etwa bei der Wallerer Straße die bestehende Brücke über die A 25 Welser Autobahn um einen Geh- und Radweg verbreitert werden. Die Federführung liegt in diesem Fall bei der ASFINAG.

Zitate

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: "Nach drei Jahrzehnten war es wirklich allerhöchste Eisenbahn für dieses neue Mobilitätskonzept. Mit ihm fährt und geht die Stadt Wels auf guten Wegen in das Jahr 2040. Von der Umsetzung profitieren der Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr gleichermaßen."

Mobilitätsstadtrat Stefan Ganzert: "Das neue Mobilitätskonzept bringt die Stadt Wels auf die Überholspur. Besonders freut mich, dass dem Rad- und dem Fußgängerverkehr mit sehr detaillierten zusätzlichen Masterplänen so viel Augenmerk gegeben wurde wie noch nie zuvor."

Bildtext:
V.l. Stadtbaudirektor Dr. Wolfgang Pichler, Bürgermeister Dr. Andreas Rabl, Mobilitätsstadtrat Stefan Ganzert und Dipl.-Ing. Thomas Kuc (Trafility GmbH) präsentieren das Mobiliätskonzept der Stadt Wels.

Bildhinweis: Stadt Wels (bei Nennung Abdruck honorarfrei).

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