05/20/2026 | Press release | Distributed by Public on 05/20/2026 08:10
Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle hat sich heute in Potsdam mit dem Beauftragten zur Bekämpfung des Antisemitismus im Land Brandenburg, Andreas Büttner, sowie Vertreterinnen und Vertretern der staatlichen Hochschulen sowie der Studierenden und Studierendenwerke getroffen, um sich über Antisemitismus auszutauschen:
"Antisemitismus in all seinen Ausprägungen ist tief in unserer Gesellschaft verankert. Das haben die Vorfälle der letzten Jahre an diversen Hochschulen gezeigt. Brandenburger Hochschulen sind davon bislang weniger betroffen als Einrichtungen in Berlin. Das kann sich aber jederzeit ändern. Unsere Hochschulen sind gut vorbereitet. Alle haben strukturierte Präventionsmaßnahmen entwickelt und verfügen über klare Vorgaben, wie mit Vorfällen umzugehen ist. Die Hochschulen sind in der Verantwortung, Antisemitismus zu erkennen, klare Grenzen zu ziehen und Vertrauen in Strukturen zu schaffen, damit alle Studierenden und Beschäftigten frei und sicher lernen und arbeiten können. Wir waren uns heute einig: Damit das gelingt, müssen Präventions- und Dialogformate ausgebaut, Beratungs- und Ansprechpersonen qualifiziert und mit Fachstellen vernetzt sowie strafbare Vorfälle in Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden konsequent verfolgt werden. Mich stimmt hoffnungsfroh, dass wir uns heute erstmals mit allen Hochschulen im Land zu dem Thema ausgetauscht und vereinbart haben, diese Vernetzung und Kooperation fortzusetzen. Denn gemeinsam sind wir stark, gemeinsam können wir was bewegen."
Der Beauftragte zur Bekämpfung des Antisemitismus im Land Brandenburg, Andreas Büttner:
"Antisemitismus ist kein Randphänomen - er begegnet uns auch im akademischen Raum, oft subtil, manchmal offen und aggressiv. Hochschulen tragen eine besondere Verantwortung: Sie müssen Orte der Freiheit, des wissenschaftlichen Diskurses und der Sicherheit für jüdische Studierende und Beschäftigte sein. Ich begrüße ausdrücklich, dass die brandenburgischen Hochschulen das Thema ernst nehmen und gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium an Prävention, Sensibilisierung und klaren Handlungsstrukturen arbeiten. Entscheidend für mich ist, dass jüdisches Leben sichtbar und selbstverständlich bleibt - und dass Antisemitismus, egal aus welcher Richtung er kommt, konsequent benannt und bekämpft wird."
Prof. Dr. Matthias Barth, Präsident der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und Vorsitzender der Brandenburgischen Landeskonferenz der Hochschulpräsidentinnen und -präsidenten (BLHP):
"Antisemitismus hat an unseren Hochschulen keinen Platz. Die Brandenburger Hochschulen stehen gemeinsam in der Verantwortung, klare Grenzen zu ziehen, Betroffene zu schützen und Vertrauen in verlässliche Strukturen zu schaffen. Entscheidend ist, dass Prävention, Beratung und konsequentes Handeln ineinandergreifen - hochschulübergreifend, vernetzt und dauerhaft."
Prof. Dr. Gesine Grande, Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) und stellvertretende BLHP-Vorsitzende:
"Hochschulen sind Orte, an denen demokratische Werte nicht nur gelebt werden. Wir tragen Verantwortung als Bildungseinrichtungen, in denen junge Menschen aus der ganzen Welt lernen und forschen. Es gehört zu unserem Selbstverständnis, uns klar für Weltoffenheit und Vielfalt zu positionieren. Antisemitismus und rechte Gewalt haben an der BTU und in Brandenburg keinen Platz. Dafür braucht es den festen Schulterschluss mit Verantwortlichen in den Städten und in der Region, mit Institutionen und der demokratischen Zivilgesellschaft. Die ehrliche Auseinandersetzung mit Themen, die unseren humanistischen Werten widersprechen, gehört zu unseren wichtigsten Aufgaben."